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Guten Morgen Israel – Alltag ohne Kunst und Kultur

Kaum zu glauben, dass wir schon seit mehr als drei Monaten kein Theater, kein Kino, kein Konzert mehr besuchen konnten.

Guten Morgen Israel – Alltag ohne Kunst und Kultur
David Cohen/FLASH90

Boker Tov liebe Leser!

Schon wieder beginnt eine neue Woche. Die dritte Woche hier in der Redaktion von Israel Heute. Schon seit drei Wochen fahre ich wieder jeden Tag mit dem Bus nach Jerusalem. Ich muss sagen, ich habe mich schnell wieder an diesen Alltag gewöhnt. Vor etwa einem Monat konnte ich es mir überhaupt nicht vorstellen, wieder hier im Büro zu sitzen, ´der Corona-Alltag der vergangenen zweieinhalb Monat und die Arbeit von zu Hause aus waren für mich selbstverständlich geworden. Und jetzt sitze ich wieder hier im Büro. Draußen höre ich den Verkehr von Jerusalem. Es ist fast alles so, wie es vor Beginn der Coronakrise war.

Ja, leider nur fast, denn dafür fehlen noch viele selbstverständliche Dinge. So wartet unsere Tochter noch immer darauf, wieder im Kino arbeiten zu können, wo sie genau einen Monat vor dem Lockdown zu arbeiten angefangen hatte, um etwas Geld für sich und ihr Studium, das im nächsten Jahr beginnt, zu verdienen. Die Kinos sind wie die Theater und Konzerthallen noch immer geschlossen. Die Menschen, die in der Branche tätig sind, Künstler, Musiker, Schauspieler, Regisseure, Sänger, Tonmeister, Beleuchter und noch viele mehr, gehen fast jeden Tag auf die Straße und demonstrieren für ihr Recht, endlich wieder arbeiten zu können oder wenigstens vom Staat unterstützt zu werden, nachdem Geschäfte und Restaurants schon seit langen wieder offen sind.

Demonstration der Kunst- und Kulturbranche

 

Ja, es ist kaum zu glauben, dass wir schon seit mehr als drei Monaten keine Theater, kein Kino, kein Konzert mehr besuchen können. Nur die Museen durften bereits wieder öffnen, wenigstens etwas Kunst und Kultur.

Museum für Kunst Tel Aviv
Besucher im wiedereröffneten Museum für Kunst in Tel Aviv

 

Eigentlich sollte ab heute wieder fast alles „normal“ sein. Der 14. Juni war das Datum, an dem alles, was bis jetzt noch geschlossen war, wieder öffnen sollte, sogar ohne Begrenzung der Zahl der Menschen, die sich versammeln dürfen, solange die Abstandsregeln eingehalten werden. Und auch die Züge sollten schon seit Monatsbeginn wieder fahren. Doch auch daraus ist nichts geworden. Das Ergebnis sind noch größere Staus und noch vollere Busse. Wie war das noch mit dem sozialen Abstand? 

Schuld an diesen Verzögerungen bei der Rückkehr in den Alltag ist die weiterhin ansteigende Zahl der am Virus infizierten Menschen. Darüber darf man sich aber eigentlich angesichts der überfüllten Strände und der Missachtung der Anweisungen (wie das Tragen der Maske) nicht wundern. Heute früh sag ich allerdings schon deutlich mehr Menschen mit der Maske im Gesicht. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass jetzt wieder mehr Strafzettel verteilt werden. Sobald es um das liebe Geld geht, hält man sich plötzlich an die Anweisungen.

Die Strände waren am Wochenende derart überfüllt, dass die Polizei die Öffentlichkeit dazu aufrief, von den Stränden fernzubleiben. Schuld daran ist natürlich das sommerliche Wetter, gestern war es besonders warm.

 

Und hier das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bedeckt bis heiter und merklich kühler als gestern. Bis zum Mittag klnnen sogar einige Regentropfen fallen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 32 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.05 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 25 Zentimeter bis zur oberen Grenze! Der See war am Wochenende ein sehr beliebtes Ausflugsziel (siehe Titelbild oben).

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel heute wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Sonntag und eine gute nheue Woche. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Jerusalem!