Guten Morgen Israel – 48 Stunden

Zwei Tage bleiben uns noch zum Beginn des Lockdowns

Guten Morgen Israel – 48 Stunden
Dov Eilon

Boker Tov liebe Leser!

Diese Woche ist etwas anders als sonst. Seit der Entscheidung unserer Regierung zu einem erneuten Lockdown ab Freitag sehen wir Dinge, die uns normalerweise als selbstverständlich erscheinen, in einem ganz anderen Licht.  Das ist jedenfalls die Atmosphäre bei uns. Plötzlich sind wir jeden Tag unterwegs. Noch einmal nach Jerusalem und Tel Aviv, an den Strand oder noch ein letztes Mal zu einem kurzen Einkaufsbummel in unserem Einkaufszentrum, wo in etwas mehr als 48 Stunden wieder das Licht ausgeschaltet und alles geschlossen werden wird. Für unsere Tochter bedeutet das, zum zweiten Mal in den unbezahlten Urlaub geschickt zu werden.

Aber denken Sie bitte nicht, ich würde mich über die geplanten Maßnahmen beschweren. Nein, das mache ich sicher nicht angesichts der immer weiter steigenden Zahlen neuer Coronafälle. Gestern haben wir einen neuen Rekord erreicht, 5523 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert. Es ist also völlig klar, das die Notbremse gezogen werden muss. Anstatt weiter zu versuchen, die neuen Anweisungen zu umgehen, sollten wir uns damit abfinden und dafür sorgen, dass wir uns diesmal im und nach Lockdown klüger verhalten werden, als beim letzten Mal. Denn sonst wird alles wieder von vorne losgehen. Auch einige unserer Minister, die sich immer so sehr um das Wohl ihrer Wähler, nein, ich meine Bürger, kümmern, sollten begreifen, dass es hier nicht mehr darum geht, die Maßnahmen zu umgehen. Was nützen die ganzen Einschränkungen, wenn man sich zu Dutzenden zum Gebet in der Synagoge versammeln kann oder der Schulunterricht so lange wie möglich aufrechterhalten bleibt. Allein gestern haben sich 21 Kinder einer Grundschulklasse in Zichron Jaakov mit dem Coronavirus infiziert.

Aber auch, wenn wir die Notwendigkeit des Lockdowns verstehen, stimmt es uns dennoch traurig. Gestern waren wir noch einmal am Strand in Bat Yam (Bild oben), nur zum Spazieren, ohne uns mit der Menschenmenge zu vermischen. Der Blick auf den Strand und den Menschen, die das Baden im Meer genießen, wie an einem ganz normalen Sommertag, hat mich irgendwie etwas traurig gemacht, als ich daran dachte, dass man nur noch zwei Tage lang das Baden im Meer genießen kann, denn das wird ab Freitag wieder verboten sein. Unsere Tochter ist heute früh noch einmal in den Norden gefahren, um sich vor dem Lockdown noch einmal mit ihrem Freund zu treffen. Danach werden sie sich dann nur auf die digitale Art treffen können

Ein ganz normaler Sommertag, in 48 Stunden ist es damit vorbei.

Morgen werden wir uns mit unserem ältesten Sohn in Tel Aviv treffen, denn das Neujahr werden wir am Freitagabend ohne ihn feiern müssen. So dachten wir, wäre es nett, noch einmal etwas zusammen zu sein. Danach werden wir uns dann wieder per Zoom treffen, so wie beim letzten Mal. Man hat das Gefühl, ein halbes Jahr zurückgeworfen zu werden. Ja, wir haben diese sechs Monate nicht genutzt, die Lage heute ist noch viel schlimmer als sie war.

Manchmal denke ich, was war das für ein schlechtes Jahr. Aber es sind auch gute Dinge geschehen. Unsere Tochter hat ihre Aufnahmeprüfung zum Studium bestanden, unser jüngster Sohn ist mit seinem Armeedienst zufrieden und hat viele neue Freunde gewonnen. Und auch auf internationaler Ebene war dieses Jahr ein besonders erfolgreiches Jahr.

Gestern habe ich mir im Fernsehen die Zeremonie der Unterzeichnung der Friedensabkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain angesehen. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir gleich mit zwei arabischen Staaten Frieden schließen werden.

Und dann wurden wir inmitten der Euphorie auf den Boden der Realität zurückgeholt. Plötzlich sah ich im Fernsehen folgendes Bild:

Friedensfeier in Washington, Raketenalarm in Israel

Pünktlich zu Beginn der Zeremonie in Washington begannen im Süden Israels die Sirenen zu heulen, Raketenalarm. Zwei Raketen wurden auf die Stadt Aschdod geschossen, diesmal gab es leider auch Verletzte. Die Terroristen in Gaza zeigten damit, was sie von dem Frieden halten und drängen sich selbst immer weiter in die Isolation. Wann werden sie begreifen, dass sie so nie etwas erreichen werden?

Und nun schauen wir nach vorne, am Freitagabend beginnt das neue Jahr, hoffen wir, dass es ein besseres Jahr werden wird, ein Jahr, in dem auch Sie, liebe Leser, uns endlich wieder in Jerusalem besuchen können. Wir werden das neue Jahr wie immer mit einem guten Essen empfangen, es gibt heute also noch viel zu tun, denn morgen wollen wir unserem Sohn in Tel Aviv etwas von unserem Festessen bringen, damit wir das neue Jahr doch irgendwie zusammen feiern werden. Und nun zum Wetter.

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter ohne große Veränderungen der Temperaturen. Es bleibt heiß und trocken im Landesinneren und in den Bergen, an der Küste ist es schwül. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zweieinhalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.635 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 83,5  Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Mittwoch und schon jetzt ein gutes neues Jahr! Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!