Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, hat der Bildung einer Task Force gegen Antisemitismus ihre Unterstützung zugesagt. In der italienischen Zeitung La Repubblica gab sie bekannt, dass sie einen entsprechenden Vorschlag bereits an den EU-Kommissar Frans Timmerman, dem ersten Vizepräsidenten und EU-Kommissar, vorgelegt habe.
Bereits im Januar hatte der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Moshe Kantor, nach dem Anschlag auf einem koscheren Supermarkt in Paris die EU zum Handeln aufgerufen. Wenig später kam es zu einem Terrorangriff auf eine Synagoge in Kopenhagen. „Antisemitismus kennt keine Grenzen, und kann auf rein nationaler Ebene nicht mehr bekämpft werden“, sagte Kantor. So ist zum Beispiel im letzten Jahr ein französischer Islamist nach seiner Rückkehr aus Syrien über Deutschland nach Belgien eingereist und hat dort vier Menschen in einem jüdischen Museum ermordet.
Die Antidiffamierungsliga (ADL) begrüßte die Unterstützung Mogherinis bei der Gründung einer Task Force: „Die Terrorattacken in verschiedenen europäischen Städten erfordern eine Antwort auf hoher Ebene, und diese Antwort muss die ganze EU miteinbeziehen.“, sagte der Leiter der ADL, Abraham Foxman. Gegenwärtig beeinträchtigen antisemitische Übergriffe, Verfolgung und Vandalismus das Leben der jüdischen Gemeinden in Europa.
Foxman fügt hinzu, dass bereits viele Regierungen wichtige Schritte gegen den Antisemitismus auf nationaler Ebene eingeleitet hätten, die zum wahrhaftigen Schutz der jüdischen Gemeinde Europas aber nicht ausreichen. Neben der EU-Außenbeauftragen Mogherini bedankte sich die ADL auch bei zahlreichen weiteren Politikern des italienischen Parlaments für die Unterstützung der Initiative gegen Antisemitismus.




