In Jerusalem ist an diesem Wochenende erstmalig der Busservice „Shabus“ im Einsatz gewesen. Die nicht religiösen Bewohner Jerusalems hatten seit Jahren nach öffentlichen Verkehrsmitteln am Shabbat verlangt. Der Service wurde durch die Initiative der Cooperative Transportation Association of Jerusalem, einer Nonprofit-Organisation, ins Leben gerufen. Mitbegründer Hovev Yanay äußerte sich in israelischen Medien, dass die Initiative als Antwort auf die Weigerung des Transportministers Israel Katz, Busse oder die Straßenbahn während des Shabbats zu erlauben, gestartet wurde.
„Shabus“ soll es Bewohner aus ferner gelegenen Stadtteilen ermöglichen, auch am Ruhetag in das Zentrum der Stadt zu gelangen. Die Buslinie fährt nach einem festen Zeitplan auf einer festen Strecke, die von Gilo nach Pizgat Ze’ev führt.
Mit Hilfe einer Internetpetition wurden 25.000 Euro gesammelt, um den Service etablieren zu können. Um den Bus zu nutzen, muss man sich online registrieren und eine jährliche Gebühr von rund 13 Euro zahlen. Bereits zum Start haben sich 500 Menschen online für den Busservice angemeldet. Ab Juni soll es auch ohne Internetanmeldung möglich sein, den Bus für 2,50 Euro zu nutzen.
Polizeisprecher Micky Rosenfeld gab bekannt, dass 40 bis 50 orthodoxe Juden eine Straße der Jerusalemer Innenstadt aus Protest gegen den Busservice am Samstag kurzzeitig blockierten. Keiner der Busfahrer wird jüdisch sein, um die religiöse Bevölkerung Jerusalems nicht noch mehr zu verärgern.




