Sie nennen sich „Bnei Menashe“ (Söhne Menasses) und blicken auf eine lange Geschichte zurück. Vor Jahrtausenden lebten sie im antiken Israel, heute stellen sie im Nordosten Indiens eine ethnische Minderheit dar. Obwohl ihre israelitische Herkunft umstritten ist, zieht es die Söhne Menasses zurück in das verheißene Land.
Mit blau-weißen Fahnen werden 50 indische Einwanderer am BenGurion- Flughafen empfangen und von Ministerin Sofa Landver begrüßt. Sie fangen Ende 2014 ihr neues Leben an – im Land der Verheißung. Sie zählen zu den 550 „Olim Chadaschim“ (Neueinwanderern) aus Nordost-Indien, die in diesem Jahr eingewandert sind. Insgesamt kehrten bisher mehr als 2000 Bnei Menashe aus der Diaspora zurück, ein Zeichen, dass die Prophezeiung über die Rückkehr der zehn verloren Stämme wahr wird. Die Bnei Menashe sehen sich als Repräsentanten des Stammes Menasse, der nach dem Zerfall des Nordreiches Israel aus dem Heiligen Land vertrieben wurde.
Ihr Leben im modernen Israel wird sicher nicht leicht. Nicht jeder in Israel ist davon überzeugt, dass es sich bei den 9200 Indern wirklich um Juden handelt. Wie schon bei den äthiopischen Einwanderungswellen müssen auch die indischen Neueinwanderer zuerst zum rabbinischen Judentum konvertieren. Widerstand gibt es aber nicht nur von religiöser Seite. Einige Israelis sehen in den Bnei Menashe Wirtschaftsflüchtlinge.
Die Geschichte der Söhne Menasses liest sich wie ein Roman. Sie beginnt mit dem Zerfall des Nordreiches 721 v. Chr., als die Assyrer in Israel einfielen. Mündliche Überlieferungen der Söhne Menasses erzählen von harten Jahren der Sklaverei im Land der Assyrer.




