Die Preise sollen sinken, der See Genezareth steigt

Die israelische Regierung hat den hohen Lebenshaltungskosten den Kampf angesagt und einen Plan veröffentlicht, Israel etwas weniger teuer zu machen

| Themen: Preise, Lebenshaltungskosten
Die Supermarktregale stehen voll. Wird der Einkauf im Supermarkt bald leichter für uns sein? Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Nachdem in der letzten Zeit ein Konzern nach dem anderen eine Erhöhung der Preise angekündigt hatte und die hohen Lebenskosten in Israel fast alle anderen Schlagzeilen verdrängt hatten, gab Ministerpräsident Naftali Bennett gestern Abend eine Pressekonferenz zusammen mit Finanzminister Avigdor Lieberman und Wirtschaftsministerin Orna Barbivai, um den Regierungsplan zur Senkung der Lebenskosten vorzustellen.

Die sich immer mehr entwickelten Proteste innerhalb der Bevölkerung scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Schon vor ein paar Tagen hatte der Lebensmittelkonzern Ossem mitgeteilt, in diesem Jahr gänzlich von einer Erhöhung der Preise seiner Produkte abzusehen. Und wie es in einem Land mit einer begrenzten Zahl von Konzernen und dem Fehlen eines wirklichen Wettbewerbes nun mal ist, folgten danach auch weitere Konzerne und teilten mit, die Preise einiger Produkte vorerst nicht zu erhöhen.

Die Pressekonferenz begann gestern Abend pünktlich um 20 Uhr, die Zeit der Abendnachrichten im Fernsehen. Ministerpräsident Bennett erklärte:

“Heute Abend kündigen wir die Senkung von Steuern für arbeitende Familien sowie die Senkung von Zöllen und Preisen für eine Reihe von Produkten an.  Heute Abend möchte ich Ihnen die Geschichte einer Familie erzählen – der Familie Gonen. Jahrelang hat die Familie Gonen oder Levy oder Edry gegeben und gegeben. Die Eltern haben in der Armee gedient und zahlen Steuern. Die Familie hat in guten wie in schlechten Zeiten die Stellung gehalten. Es sind gute Menschen, die jeden Morgen aufstehen, die Kinder hüten, sie zur Schule und zu anderen Aktivitäten schicken und dann zur Arbeit gehen. Das sind arbeitende Familien.

Die Familie Gonen gibt und gibt und schaut frustriert auf die Rechnung des Supermarktes, die unbezahlbar wird. Sie blickt auf die Steuern, die ihr Gehalt seit vielen Jahren auffressen. In den letzten Wochen, mit dem weltweiten Anstieg der Preise, haben viele Familien in Israel das Gefühl, dass es reicht; sie haben die rote Linie erreicht.

Unsere Regierung hat diese Eltern, die arbeitenden Familien, in den Mittelpunkt gestellt, sowohl was das Einkommen betrifft, das steigen muss, als auch die Ausgaben, die gesenkt werden müssen.”

Ministerpräsident Naftali Bennett (Mitte) mit Wirtschaftsministerin Orna Barbivay (links) und Finanzminister Avigdor Lieberman (rechts), gestern bei der Pressekonferenz (Foto: Amos Ben-Gershom – GPO)

Der gestern vorgestellte Plan soll das monatliche Netto-Einkommen arbeitender Familien, also Familien, in denen beide Elternteile arbeiten,  deutlich erhöhen. Allerdings nur, wenn sie Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben, ein Alter, in dem die Kinder noch nicht alleine gelassen werden können. Pro Kind soll es für jeden Elternteil eine Senkung von 223 Schekeln (rund 61 Euro) in den Einkommenssteuern geben. Wer also 3 Kinder in dieser Altersgruppe hat, wird dem Plan zufolge 1338 Schekel (rund 366 Euro) mehr im Monat zur Verfügung haben. Das hilft in der Tat.

Zusätzlich sollen für eine Reihe von wichtigen Waren die Zölle und Preise gesenkt werden, darunter Fleisch, Fisch, Mehl, Eier, Möbel und Küchengeräte. Auch soll die geplante Erhöhung der Strompreise von der Regierung mitgetragen werden. Arbeitnehmer, die weniger als das Durchschnittsgehalt verdienen, sollen nun 20 Prozent mehr Unterstützung vom Staat erhalten.

Jetzt bleibt uns nur, abzuwarten, um zu sehen, ob der hier angekündigte Plan tatsächlich Israel zu einem etwas weniger teurem Land machen wird und die Preise wirklich sinken werden. Denn oft wurden die Senkungen der Einfuhrzölle nicht auf den Verbraucher weitergegeben.

Zum Schluss noch eine erfreuliche Nachricht vom See Genezareth. Der Wasserpegel ist durch den beeindruckenden Winter deutlich angestiegen. Und dieser darf, im Gegensatz zu den Preisen, auch gerne weiter ansteigen. Der Wasserpegel steht jetzt auf -210.075 Meter, es fehlen nur 1.275 Meter bis zur oberen roten Linie. Auch heute soll es noch weiter regnen und es bleibt kühl. Für die kommende Woche ist allerdings noch kein weiterer Regen in Sicht.

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