Sie standen auf und gingen. Dutzende Diplomaten wollten Benjamin Netanjahu demonstrativ die Bühne nehmen und Israel vor den Augen der Welt isolieren. Doch sie erreichten das Gegenteil: Der Saal wurde leer und die Welt hörte zu. Millionen schalteten ein. Aus dem Boykott wurde Werbung, aus der demonstrativen Ablehnung weltweite Aufmerksamkeit. Wer Netanjahu zum Schweigen bringen wollte, machte seine Stimme nur lauter. Fast erinnert es an das biblische Prinzip aus der Geschichte Josefs: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ Was als Demütigung gedacht war, wurde zum Verstärker der Botschaft.
Die Botschaft sollte unmissverständlich sein: Wir wollen Israel nicht hören. Wir wollen Israel isolieren. Wir verweigern seinem Ministerpräsidenten sogar das Zuhören. Doch genau hier ging die Rechnung nicht auf. Denn während sich der Saal leerte, füllte sich das Netz. Ausgerechnet der demonstrative Boykott machte Netanjahus Rede zu einem globalen Medienereignis. Nach einer inzwischen in israelischen Medien weit verbreiteten Auswertung erreichten Netanjahus vollständige Rede und Ausschnitte daraus über die großen sozialen Plattformen zusammen rund 91,7...
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