Um die 2000 Menschen, hauptsächlich Bürger aus Judäa und Samaria, haben gestern Abend vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu demonstriert. Sie fordern mehr Sicherheit, unter anderem den Bau von Umgehungsstraßen für die Bewohner der Siedlungen. Die Demonstration fand statt unter dem Motto: „Den nächsten Terroranschlag verhindern – Genug der Versprechen, es ist Zeit für Taten.“
Unter den Demonstranten waren auch Menschen, die bei Terroranschlägen in Judäa und Samaria einen Familienangehörigen verloren haben. Einer von ihnen ist der 13 jährige Itay Mizrachi, der bei einem Anschlag zu Pessach vor drei Jahren seinen Vater verloren hatte. Er sagte: „Vor drei Jahren, als wir auf den Weg zu meinen Großeltern in Kiriat Arba waren, um gemeinsam das Pessachfest zu feiern, begannen Terroristen auf unser Auto zu schießen. Ich kann mich an die Schüsse erinnern, die Schreie und den Schmerz. In diesem Jahr feiere ich meine Bar Mitzva und die Abwesenheit meines Vaters ist noch mehr als sonst spürbar.“

”Ich bin heute hier im Namen anderer Waisenkinder, die darum bitten, die letzten Kinder zu sein, die zu Waisen werden”, sagte Itay weiter.
Auch Rina Ariel, die Mutter von Hallel Yaffa Ariel, die von einem 17 jährige Terroristen in ihrem Zimmer erstochen wurde, sprach bei der Demonstration: “Wir sind hier, um den nächsten Mord zu verhindern. Wir müssen mit großer Entschlossenheit gegen den irrsinnigen Terror vorgehen. Das bedeutet Todesstrafe für Terroristen, den Stopp aller finanzieller Unterstützungen, die die Familien der Terroristen erhalten, und sicher zu gehen, dass die Leichen der Terroristen nicht an den Feind zurückgegeben werden. Auch müssen die Straßen verbessert und die Zerstörung von Gemeinden verhindert werden”
Der Vorsitzende des Landkreises Samaria Yossi Dagan wandte sich in seiner Rede Ministerpräsident Netanjahu: “Die Sicherheit von einer halben Million Bewohner von Judäa und Samaria darf nicht vernachlässigt werden! Wir sind hier, weil wir genug haben von Versprechungen. Herr Ministerpräsident, wir verlangen Taten. Wir sind hier zu tausenden, um zu sagen: Mit Versprechungen kann man keinen Angriff verteidigen. Mit Versprechungen kann das Land Israel nicht gebaut werden.”
An der Demonstration nahmen auch mehrere Abgeordnete der Knesset teil, als Zeichen ihrer Solidarität mit den Siedlern. Einer von ihnen war der Minister für Arbeit und Wohlfahrt Chaim Katz, der sagte, dass Umgehungsstraßen und Präventivmaßnahmen kein Luxus seien. “Wir müssen uns darum kümmern, so schnell wie möglich. Ich rufe Ministerpräsident Netanjahu, dem die Sicherheit der Bürger am Herzen liegt, dazu auf, die Regierung einzuberufen und die nötige Finanzierung schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.”
Vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten haben die Siedler ein Protestzelt aufgebaut, um gegen das ständige Nichteinhalten Netanjahus der Versprechen für mehr Sicherheit zu protestieren. So sei den Siedlern schon vor zwei Jahren die Summe von 300 Millionen Shekel (rund 73 Millionen Euro) garantiert worden, um die Sicherheitsvorkehrungen in Judäa und Samaria zu verstärken, doch sei dieses Geld nie überwiesen worden. Am vergangenen Mittwoch versprach Netanjahu, im nächsten Staatshaushalt 800 Millionen Shekel (195 Millionen Euro) für die Sicherheit Judäas und Samarias zu bestimmen, doch die Protestierenden sagten, das dies nicht genug sei und forderten, dass das Geld durch eine Regierungsentscheidung zur Verfügung gestellt werden müsse.
Bild: Demonstration vor dem Amtssitz von Netanjahu, gestern Abend (Foto: Foto: Noam Revkin Fenton/Fash90)




