MitgliederDas Fernsehprogramm, das meine Sicht auf die Welt veränderte

Als Leiter einer messianisch-jüdischen Gemeinde wurde mir klar, dass es im Leben oder im Glauben keine einfachen Antworten gibt, aber viele Menschen mögen den Gedanken nicht, dass es vielleicht keine klare Lösung für ein Problem gibt.

| Themen: Religion, Judentum
Shtisel. Ein tiefgründiger Blick auf das orthodoxe jüdische Leben und die allgemeine Bedeutung einer ausgewogenen Glaubenstradition. Foto: Yes TV

Falls Sie noch keine Gelegenheit hatten sich diese Sendung anzuschauen, kann ich Ihnen die beliebte israelische Serie Shtisel empfehlen, eine dramatische Darstellung des Alltags einer orthodoxen jüdischen Familie aus Mea Shearim in Jerusalem.

Die orthodoxen Juden Jerusalems bei ihren alltäglichen Familiendramen zu beobachten – von Geschwisterrivalitäten über frustrierte Eltern, die ihre Kinder dennoch verwöhnen, bis hin zur fremden Welt der Haredi-Partnervermittlung – eine großartige Serie.

Der fesselndste Teil der Sendung ist, wie die ultraorthodoxen Juden mit denselben Themen umgehen, die unser aller Leben berühren, unsere tiefsten Sehnsüchte und Ängste, Liebe, Intimität, Verrat, Bindung und Untreue, um nur einige zu nennen. Wir lachen und weinen, wenn wir feststellen, dass wir uns in Wirklichkeit nicht von unseren ultraorthodoxen jüdischen Nachbarn unterscheiden, außer in einem entscheidenden Punkt – sie haben ein biblisches Erbe und jahrtausendealte Traditionen, die ihnen wie ein Kompass den Weg durch die Irrungen und Wirrungen des täglichen Lebens weisen.

Meine Frau und ich sehen uns die Serie noch einmal an und möchten mit Ihnen eine Szene teilen, die uns allen helfen kann,...

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4 Antworten zu “Das Fernsehprogramm, das meine Sicht auf die Welt veränderte”

  1. stephen sagt:

    SCHALOM und Hallo ich denke für die geschriebenen Worte und ich bin sehr bewegt sie zu lesen so eine Intensität ist für mich ein Geschenk danke für die Arbeit

  2. Jörg Rene Rodegra sagt:

    Das ist auch eine schöne philosophische Betrachtung von Möglichkeiten.

    Ist Gott wohl ein Philosoph? Bei Gott zählt ein Ja für ein Ja und ein Nein für ein Nein, da gibt es kein dazwischen, kein vielleicht kein dahinter oder davor. Bei Gott gibt es ein Jetzt und HIER, keine unendlichen Weiten!

    Was ist Glaube? Was unterscheiden den Glauben von der Hoffung und diese von der Wahrheit. Gibt es Glauben aus Überzeugung?

    Wenn ich Dich am Ende meiner Ausführungen überzeugt habe, dann habe ich Dich belogen!!!

    Überzeugung kommt immer von außen, sie sitzt stramm wie ein Kondom und lässt uns keinen Freiraum, sie fängt alles auf, was aus uns selber heraus möchte und schränkt unsere Gefühle ein. Viele Menschen sind bereit, für “ihre” Überzeugungen zu sterben….

    Wahrheit, was ist Wahrheit? Wahrheit versucht sich zu beweisen, alles was ich weiß und beweisen kann ist Wahrheit! ?

    Wenn ich eine Wahrheit in mir trage, die ich nicht beweisen muss, dann nennt ich diese Glaube! Glaube braucht keinen Beweis, Glaube kommt aus dem tiefsten Innersten eines jeden Menschen. Dabei beschränkt sich der Glaube nicht auf Religion, ich habe zwei Kinder, von denen ich glauben, dass sie “meine” sind, ich glaube sie sind von mir. Kann ich das beweisen? Nein! Ich habe keinen Vaterschaftstest gemacht, da ich glaube! Der Glaube versetzt Berge…

    Versetzt die Wahrheit auch Berge? Wenn die Wahrheit durch das eigene Gefühl erkannt ist, dann hat sie keinen Berg versetzt, sondern einen Stein (das Herz) gesprengt.

    Wenn die Menschen anfangen und IHREM Gefühl vertrauen, dann sind sie bei Gott. Jedes Gefühl ist in allen Menschen das Selbe. Wenn ich die Liebe fühle, dann fühle ich das Selbe wie Du. Die Auswirkungen der Liebe, die durch unsere Gedanken, Worte und Handlungen in diese Welt kommen, die gleichen sich noch nicht einmal zwingend. Sie können sich gleichen, wenn sie auf die Selben “Werte” zurück greifen. Da gibt es die “preussischen Werte”, die 10 Gebote, div. Gesetze, Verordnungen und Traditionen, eine bunte Vielfalt.

    Egal welchem “Wert” ich folge, er sollte sich gut anfühlen in mir und auch mein Gegenüber sollte dadurch nicht von mir anders behandelt werden, als ich mir wünsche behandelt zu werden… Liebe Deinen Nächsten wie Dich Selbst und bedenke, dass jeder erntet was er sät.

    Was bedeutet dies vor Gott und der Welt? Kann ich jeden anderen Menschen nachvollziehen und möchte Gott und/oder die Welt, dass ich sie nachvollziehen kann? Ich glaube nein. Wir Menschen sind alle zusammen ein Ausdruck der Liebe Gottes. Gott hat den ersten Menschen (Adam) in seinem Ebenbild gemacht. Wir alle sind aus Adam, da Noah ein Nachfahre Adams ist und er somit den Geist Gottes in sich trägt, auch wenn er für uns Tod ist.

    Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, nachdem er Adam (am dritten Tag) geschaffen hatte. Adam konnte somit Gott dabei “über die Schulter” blicken. Da der Geist Gottes Adam zu einem lebendigen Wesen gemacht hat, konnte Gott durch Adam sich selbst dabei beobachten, wie er einen Teil der Schöpfung “gemacht” hat.

    Adam hatte von Anbeginn “seiner” Schöpfung an, die Eva in sich. Oder besser zum Ausdruck gebracht, Gott hat Adam um Eva herum geschaffen…

    Wenn Eva eine Kopfbedeckung tragen möchte, dann darf sie das frei entscheiden. Wenn Eva die Kopfbedeckung für Adam trägt, dann darf sie auch dies für ihre Liebe tun, die Liebe ist schnell eifersüchtig und Eva schützt damit ihre Liebe, den kleinen Adam.

    Wenn der Mann die Frau zwingt, etwas zu tun, was ihr nicht gefällt, was hat er dann davon? Ich als Mann bin doch dann besonders glücklich, wenn meine Frau glücklich ist. Traditon ist ein Festhalten an Glück und Liebe. Wenn die Traditon ein “Samenkorn” ist, also etwas was aus Liebe in dieser Schöpfung gekommen ist, dann birgt dieses Samenkorn die Möglichkeit in sich, in etwas neues herein zu wachsen, aus der Liebe heraus und durch die Liebe hindurch.

    Ein Vater, der seine Tochter traditionell erzieht, macht dies mit Unterstützung seiner Frau oder nicht. Wenn die Frau unter der Traditon gelitten hat und nie einen Vorteil darin erkannt hat, dann wird sie ihrer Tochter dabei helfen, daraus zu erwachsen, ohne den Vater dabei anzuklagen. Der Vater lebt doch durch die Freuden seiner Frau und seiner Familie. Wenn diese sich etwas “erkämpft” haben, dann haben sie es verdient und die Freude dabei können alle spüren, besonders der Vater!!!

    Das Samenkorn im Acker eines Bauern muss erst sterben, damit es dann in die von Gott bestimmte Form wachsen kann/darf. Das Aussprießen unter der Erde setzt den Tod des Samenkornes voraus (es muss alles was es ist “SEIN” lassen und kann dann SEINER Sehnsucht folgend, die äußere Schale aufsprengen) und dann? Dann ist das Neugeborene im Dunkel, dann muss sich das Pflänzchen noch durch die Erde schieben bevor es das Licht sieht….

    Dann ist jede Pflanze, dann ist jeder Mensch, dann ist auch jedes Tier, EINMALIG und INDIVIDUELL. Jede “Form” einer möglichen Gleichschaltung ist nicht von Gott gewollt. Gott SELBST kann sich durch SEINE Schöpfung fühlen, ER möchte das es jedem Wesen “gut” geht, ER empfindet mit uns, unser Schmerz ist SEIN Schmerz, unsere Freude ist SEINE Freude…

    Jeder Mensch, der SEINER Liebe und Freude folgt, folgt Gott! Shalom

  3. jotfried sagt:

    Vielen Dank für die Darstellung von David Lazarus und auch für die ergänzenden Kommentare. Mit seit Jahren gewachsenem Respekt für die jüdischen Traditionen, die “seit ewig” sich dadurch auszeichnen, auf der Suche nach Wahrheit zwischen Mystik, Moral und Geschichte immer wieder neue Denk- und Gedanken-Produkte auf die Welt zu bringen. Für mich steht dahinter – oder schreibe ich besser: davor? – das schöpferische Urwort ES WERDE LICHT.

    Im Zuge der dadurch erhellenden Erleuchtung ist es für mich leicht, dem jüdischen Alter der Menschheit und der Schöpfung von 5782 Jahren eine nicht-jüdische Aussage an die Seite zu stellen. Es gilt heute als wahr, dass die Erde knapp 5 Milliarden Jahre alt ist. Lebendige Lebewesen gibt es pi Mal Daumen seit 2 Milliarden Jahren, Menschen seit 2 Millionen Jahren.

    Nehmen wir die Abspaltung des Christentums vom Judentum vor 2000 Jahren ins Visier und stellen sie dar als Strecke von 1 Millimeter, dann ist im gleichen Maßstab ‘die Erfindung des Menschen’ vor 1 Meter erfolgt. Aber “die Erfindung” der Lebewesen erfolgte schon vor 1 Kilometer.

    Ganz neu ist allerdings, dass man der Wahrheit zuliebe unterscheiden muss zwischen LEBEN und LEBEWESEN, wenigstens, wenn man der Überlieferung Glauben schenkt, dass der Jude Jesus gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

  4. verodashelunek sagt:

    Vielen Dank für die umfassende Darstellung, die ein lebendiger Geist gerne aufnimmt.
    Shalom Rosmarie

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