Corona-Beschränkungen durchsetzen „Egal, was das Volk sagt!“

Ministerpräsident befiehlt Kabinettsmitgliedern, strengste Coronavirus-Reisemaßnahmen zu unterstützen. Auch Deutschland befindet sich nun auf der „Roten Liste“.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Coronavirus, Naftali Bennett
Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Israels  Ministerpräsident Naftali Bennett schien am Wochenende eine entscheidende Bewährungsprobe im Kampf gegen das Corona-Virus nicht bestanden zu haben, nachdem der Widerstand gegen sein Vorhaben, ein nahezu vollständiges Reiseverbot für Israelis zu verhängen, ihn zu einem Rückzieher gezwungen hatte.

Nachrichtenberichten zufolge wollte Bennett am Freitag, als die Angst vor einer „Omikron-Apokalypse“ Europa in Panik versetzte, die israelische Flugverbotsliste auf fast alle Länder der Welt ausweiten. Er bestand darauf, dass das Kabinett ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, auch wenn die israelischen Bürger kein Verständnis dafür haben würden.

Der Ministerpräsident griff zu Druckmitteln und warnte unter anderem, dass diejenigen, die sich gegen die Maßnahmen aussprechen, die Schuld an einer möglichen Katastrophe tragen würden.

„Die Minister, die gegen die Maßnahmen stimmen, werden für den Ausbruch verantwortlich sein. Ich erwarte von allen Ministern, dass sie … dem Druck der Öffentlichkeit oder der Lobbyisten nicht nachgeben“, zitierte Channel 12 eine Aussage von Bennett.

Nach der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntagmorgen wurde bekannt, dass der Ministerpräsident nun kein umfassendes Reiseverbot mehr plant, sondern dass die Liste der „roten“ Länder erweitert werden soll, in die Israelis nicht mehr fliegen dürfen, darunter nun auch die Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland und die Türkei.

Diese Einschränkungen sollen Berichten zufolge etwas später in dieser Woche in Kraft treten.

Zu Beginn der Kabinettssitzung lobte Bennett seinen Umgang mit der Omikron-Bedrohung.

„Diese Regierung hat etwas Großartiges getan, als sie vor drei Wochen die Entscheidung traf, die Einreise nach Israel zu beschränken“, sagte er. „Wir haben dem Staat Israel wertvolle Zeit verschafft; wir haben Omikron aufgehalten…“

Aber jetzt, warnte er unheilvoll, „kommt die Welle“. Die Zeit laufe ab. „Die Omikron-Variante ist bereits im Land und es gibt bereits eine Verbreitung innerhalb der Bevölkerung.“

Am Sonntagmorgen lag die Gesamtzahl der mit der Omikron-Variante infizierten Israelis bei knapp über 130.

Israel beobachtet besorgt, wie in Großbritannien mit der neuen Bedrohung umgegangen wird, wo der Bürgermeister von London am Samstag wegen der raschen Ausbreitung von Omikron einen „besonderen Vorfall“ ausrief. Aus den britischen Daten geht hervor, dass sich die Zahl der Fälle alle zwei Tage verdoppelt, während dies bei der Delta-Variante alle 10 Tage passiert.

Auch in Südafrika, wo Omikron zuerst identifiziert wurde, kommt es zu einer massiven Verbreitung, obwohl die Symptome dieser Variante noch relativ gering sind.

Epidemiologen weisen darauf hin, dass es nicht einfach ist, die Auswirkungen eines Virus in einem Land auf die Geschehnisse in einem anderen Land zu übertragen.

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