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Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal – drei Tage vor Jom Kippur

Drei Tage vor Jom Kippur warf ein 37-jähriger Afghane Brandsätze gegen die Bergische Synagoge in Wuppertal – der Täter wurde vor Ort festgenommen. Es ist der zweite Brandanschlag auf dieses Gotteshaus innerhalb von zwölf Jahren.

Archivbild: Synagoge in Wuppertal EPA OLIVER BERG
Archivbild: Synagoge in Wuppertal EPA OLIVER BERG

Ein 37-jähriger Afghane hat am Donnerstag die Bergische Synagoge in Wuppertal mit brennbaren Flüssigkeiten angezündet – drei Tage vor dem heiligsten jüdischen Feiertag. Der Täter wurde festgenommen, nachdem er am Tatort antisemitische Äußerungen gemacht hatte. Es ist nicht der erste Anschlag auf dieses Gotteshaus.

Ein Angriff auf jüdisches Leben am Vorabend der Hohen Feiertage

Laut Staatsanwaltschaft warf der Tatverdächtige zwei mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Taschen gegen die Synagoge, schüttete den Inhalt einer dritten Tasche nahe eines Seiteneingangs aus und zündete die Flüssigkeit an. Mitarbeiter der Synagoge konnten die Flammen innerhalb weniger Minuten löschen. Verletzte gab es keine. Der Täter floh zunächst vom Tatort, wurde aber kurz darauf festgenommen. Zwei Frauen sollen die Tat beobachtet haben. Der Verdächtige war bereits zuvor wegen Bedrohung eines Nachbarn vorbestraft.

Die Bergische Synagoge war nicht zum ersten Mal Ziel eines Anschlags: Bereits 2014 hatten drei Palästinenser Brandsätze auf das Gebäude geworfen – sie wurden verurteilt, nachdem sie die Tat gestanden hatten.

Rabbiner, jüdische Organisationen und Bürgermeister reagieren mit Entsetzen

Der Bürgermeister von Wuppertal verurteilte den Angriff als „durch und durch verachtenswert“ und rief die Bevölkerung zur Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft auf.

Der Europäische Jüdische Kongress, der rund 2,5 Millionen Juden in Europa vertritt, betonte: „Der Zeitpunkt ist besonders beunruhigend, da sich jüdische Gemeinden auf den heiligsten Tag des jüdischen Kalenders vorbereiten. Angriffe, die rund um jüdische Feiertage stattfinden, sind Teil eines Musters, das darauf abzielt, Angst zu verbreiten und jüdisches Leben aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen.“

Rabbiner Yehuda Teichtal, Rabbiner der Chabad-Gemeinde in Berlin, schrieb, der Anschlag erschüttere ihn zutiefst und rief jeden Einzelnen dazu auf, „gegen Hass und Aggression aufzustehen und ein Botschafter des Lichts und der Toleranz zu sein.“ Der US-Sondergesandte für Antisemitismusbekämpfung, Rabbiner Yehuda Kaploun, würdigte die schnelle Festnahme des Verdächtigen und mahnte: „Bildung darf nicht nur die Vergangenheit lehren – sie muss uns beibringen, in der Zukunft nicht zu hassen.“

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Patrick Callahan

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