„Bibelstunde bei Netanjahu war langweilig“ Kobi Gideon/GPO
Jüdische Welt

„Bibelstunde bei Netanjahu war langweilig“

Wie sehr die Politik und Bibel miteinander verbunden sind, zeigen die Bibelstunden im Amtssitz des Premierministers. Doch nicht alle sind zufrieden.

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„Ich habe mich in der Bibelstunde bei Benjamin Netanjahu gelangweilt!“ Diese schonungslosen Worte, ausgerechnet aus dem Munde des sephardischen Oberrabbiners Izchak Josef, haben zu Beginn des Jahres für Empörung gesorgt. Ein totaler Reinfall sei diese Bibelstunde in der Residenz des israelischen Premierministers gewesen, an der er vor wenigen Jahren teilnahm, berichtete Rabbi Josef jetzt vor einer Gemeinschaft orthodoxer Juden und Talmudschüler.

„Ich kam an. Alle Möbeln waren neu, alles war sauber und schön. Nachdem ich mit meiner Rede zu Ende war, wollte ich gehen, aber Netanjahu hat meinen Arm festgehalten. Er sagte mir: Nein, du darfst nicht gehen, du bleibst sitzen. Ich bekam Angst. Ich war gezwungen, drei Stunden sitzen zu bleiben und allen anderen zuzuhören. Das war langweilig. Was für eine Verschwendung der Thora. Und wer sitzt neben mir? Ein Professor mit Glatze und der Bibel in der Hand, aber ohne Kippa auf dem Kopf. Oder andere mit kleinen Kippas, wie die von Naftali Bennet. Auf der anderen Seite saß eine Frau ohne Arme, sie war still. In meinem Herzen habe ich…