Aus einem ukrainischen Waisenhaus in die israelische Armee

Wie Leah Odessa verließ, um bei der Verteidigung der Grenzen Israels zu helfen

von Israel Heute Redaktion |
Leah bekommt das Barett ihrer Einheit Foto: IDF

Leah ist heute eine talentierte, aufgeweckte junge Soldatin in der israelischen Armee, aber noch vor ein paar Jahren, so sagt sie, hätte sie an Israel nicht einmal im Traum gedacht.

Weil ihr Vater sie missbrauchte, wurden Leah Kravitz und ihre Geschwister aus ihrem Zuhause in der Ukraine geholt und in ein jüdisches Waisenhaus/Internat in Odessa geschickt.

„Im [Waisenhaus] muss man um alles kämpfen“, erinnert sich Leah, „es gehört einem nichts. Man teilt sich Zimmer, Kleidung, Habseligkeiten. Wenn man irgendwie etwas bekommt, das einem gehört – dann wird es einem gestohlen. Mit dieser Vorstellung habe ich mein ganzes Leben lang gelebt, deshalb wusste ich nicht, dass sie falsch war. Man kann nicht etwas vermissen, von dem man nicht wusste, dass man es verloren hatte; und ich habe wirklich nicht erkannt, dass es falsch war, bis ich nach Israel kam und lernte, dass man das Leben auch anders gestalten kann.“

Dass sie nach Israel kam, war fast reiner Zufall. Sie erinnert sich: „Im Waisenhaus wurde uns ein wenig über jüdische Feiertage und Bräuche beigebracht, aber wenn man mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob ich mir vorstellen könnte, nach Israel auszuwandern und in die Armee einzutreten – ich hätte demjenigen ins Gesicht gelacht.“

Leah hatte plötzlich die Idee, nach Israel zu ziehen, nachdem sie im Alter von 17 Jahren zufällig ein Buch in der Bibliothek des Waisenhauses gefunden hatte. Das Buch hieß „Exodus“ und handelte davon, wie Überlebende des Holocausts versuchten, die britische Blockade zu überwinden und direkt nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel zu gelangen. „Ich las über die Reise, die diese Menschen unternahmen, und wie sehr sie sich abmühten, in das Land zu gelangen, manchmal unter lebensbedrohlichen Umständen. Ich konnte ihre Kriege fast vor meinen Augen sehen und ihren Heldenmut spüren, und mir wurde klar, dass ich nicht nur Zuschauer bleiben konnte. Ich muss ein Teil davon sein.“

Leah beschloss, Alijah zu machen, ganz allein. Sie packte ihre Koffer, trennte sich von ihren Geschwistern, ihrer Muttersprache und ihrem Heimatland, um nach Israel zu ziehen.

Leah (Foto:IDF)

Als sie hier ankam, war sie angenehm überrascht. „Es ist schwer zu verstehen, wie sehr sich Israel von der Ukraine unterscheidet. Jeder hier ist nett, alles ist sauber, jeder will helfen. Einmal habe ich in meiner [IDF-]Armeeuniform Kaffee gekauft, und der Verkäufer sagte mir, er sei für mich kostenlos. Ich brach in Tränen aus. Eine kleine Geste kann dazu führen, dass man sich wie zu Hause fühlt.

Ursprünglich wusste sie nicht, dass sie in die Armee eintreten würde, sondern wollte einfach auf jede erdenkliche Weise helfen.

Sie begann Hebräisch zu lernen und hörte bald von der Möglichkeit, in der Armee zu dienen. Sie meldete sich und lernte in der Armee weiter Hebräisch. Heute ist sie Mitglied der Grenzschutzeinheit Karakal.

„Ist es einfach? Ganz und gar nicht. Aber es ist ein unerklärliches Gefühl, eine echte Mission, kein Klischee. Am Anfang hatte ich Ängste: Wie werden sie mich akzeptieren? Werde ich es schaffen? Aber die sind verschwunden, als ich mich gemeldet habe. Für alle meine Bedürfnisse ist gesorgt. Ich habe eine Wohnung mit ein paar anderen Mädchen, und ich habe mein eigenes Zimmer. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass das so ist. Ich habe ein Bett, einen Kleiderschrank, ein Regal. Es mag einfach klingen, aber für mich ist es so viel.“

„Die Leute hier [in der Armeeeinheit] kennen mich sehr gut. Sie wissen, was ich sagen will, noch bevor ich es sage. Als wir am Ende unseres Grundausbildungsmarsches zum Erwerb des Baretts bei der Zeremonie (siehe Titelbild) ankamen, kamen alle Familien zur Unterstützung, nur meine nicht. Es war ein schwieriger Moment. Ich fühlte mich allein, aber ich schaute zur Seite und erkannte, dass sie [meine Einheit] meine wahre Familie ist.“

Leah vermisst ihre Geschwister sehr. Sie sind immer noch in der Ukraine. „Aber ich wusste, dass es etwas war, das ich tun musste, und dass es auch ein Beispiel für sie war – dass man alles tun kann, wovon man träumt. Ich möchte, dass sie auch einwandern. Ich ermutige meine Schwester, Kampfsoldat zu werden wie ich. Das ist das Beste, was ich für mich getan habe. Ich stehe jeden Morgen auf und sage danke für das, was ich habe.“

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