Asiens Einfluss auf Israels Kampf gegen Corona

Einige asiatische Länder konnten trotz ihres Kampfes gegen das Coronavirus ihre Wirtschaft aufrechterhalten. Israel möchte davon lernen.

Asiens Einfluss auf Israels Kampf gegen Corona
Nati Shohat/Flash90

Taiwan, Singapur und Hongkong ist es gelungen, auf dem Höhepunkt der Corona-Krise die Routine des öffentlichen Lebens aufrechtzuerhalten, ohne die Wirtschaft stilllegen zu müssen. Sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor wurde wie üblich weitergearbeitet.

Dies sind nur einige der Schlussfolgerungen, die in einem Sonderbericht des Ministeriums für Nachrichtendienste zu finden sind, der sich mit der Frage befasst, wie die asiatischen Länder mit COVID-19 fertig geworden sind und gleichzeitig eine funktionierende Wirtschaft aufrechterhalten haben.

 

Einfluss auf die Politik Israels

In dem Bericht werden Taiwan, Singapur und Hongkong als erfolgreiche Fälle von Ländern hervorgehoben, die effiziente Modelle zur Bewältigung der Verbreitung des Coronavirus implementiert haben. Einige der unternommenen Schritte haben mittlerweile ihren Weg in die Politik Israels gefunden und bestimmen nun den Kampf gegen das Virus mit. Die zentralen Aspekte des asiatischen Modells zur Verhinderung der Ausbreitung von COVID-19, das Israel übernommen hat, berühren seine technischen Komponenten. Dazu gehören die rasche Schließung der Grenzen, umfassende Tests und die sofortige Isolierung von Infizierten, dazu Mechanismen zur Lokalisierung potenzieller Virusträger, der Einsatz digitaler Technologie und die effiziente Durchsetzung von Regierungsrichtlinien.

Ähnlich wie in Israel umfassten die Schritte zur sozialen Distanz, die diese Länder einführten, unter anderem das Lernen von Zuhause aus für öffentliche Schulen und Universitäten, die Schließung der Besuchszeiten in Regierungseinrichtungen, die Verpflichtung des Privatsektors, so weit wie möglich von zu Hause aus zu arbeiten, die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei gesellschaftlichen Zusammenkünften und die Absage von Kultur- und Sportveranstaltungen.

Während sie diese einschränkenden Maßnahmen durchführten, konnten sie selbst auf dem Höhepunkt der Krise noch eine fast voll funktionierende Wirtschaft aufrechterhalten. In dem Bericht heißt es: „Nach unserer Einschätzung ist eine Kombination von Faktoren, die es diesen drei Ländern ermöglichen, die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen und gleichzeitig eine funktionierende Wirtschaft zu erhalten, unter anderem:

 

  1. Sinnvolle Schritte für die Überwachung, die umfassende Diagnose und die Isolierung infizierter Personen
  2. Einschärfung der „sozialen Verantwortung“ in der Öffentlichkeit
  3. Bedeutung der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Wirtschaft und der persönlichen finanziellen Sicherheit der Bürger
  4. Berücksichtigung der öffentlichen Moral als ein Faktor, der verhindert, dass das Niveau der öffentlichen Verpflichtung zur sozialen Distanzierung abnimmt
  5. Möglicherweise der Einfluss der Zeit auf die Dynamik der Entwicklung des Virus

 

Der Bericht enthält einen Anhang, der eine Beschreibung der sozialen Realität in Singapur und Hongkong enthält, die auf Interviews mit Beamten und Anwohnern vor Ort basiert.

 

Singapur

In Singapur zum Beispiel wurde der Alltag kaum beeinträchtigt. Cafés, Restaurants, Einkaufszentren und öffentliche Verkehrsmittel funktionieren seit dem Ausbruch der Krise wie gewohnt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass jeder Kunde beim Betreten dieser Geschäfte eine Temperaturmessung durchführen lassen muss. Zusätzlich gibt es sowohl in den Gebäuden als auch auf der Straße öffentliche Sanitärstationen.

 Zu Beginn der Corona-Krise empfahl die Regierung, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter auf zwei bis drei zentrale Standorte aufteilen sollten: einige von zu Hause aus, andere vom Hauptbüro aus und die übrigen Mitarbeiter aus zusätzlichen Büros, die angemietet werden sollen. Meetings sollen über eine digitale Plattform stattfinden.

 Zu Beginn des Ausbruchs schrieb die Regierung den Bürgern keine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit vor, empfohlen wurde dies nur für Menschen, die sich krank fühlen. Derzeit tragen weniger als 10 % der Menschen diese Masken in der Öffentlichkeit.

 Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Schulen und Universitäten ihre Tätigkeit noch nicht eingestellt. Es gab jedoch bestimmte Zeiten, in denen zentralisierte Tests auf das Virus an einem Ort durchgeführt wurden, an dem der Verdacht auf Anwesenheit möglicher Infizierter bestand. Im Anschluss an die Tests wurde der spezifische Ort einem Desinfektionsprozess unterzogen. Das Land ließ seine Grenzen offen, und obwohl das Land der Tourismusbranche keine Beschränkungen auferlegt hat, wurde diese dennoch leicht in Mitleidenschaft gezogen, da die Zahl der einreisenden Touristen aus dem Ausland deutlich abnahm.

Die Tests werden meist an Personen durchgeführt, die sich im unmittelbaren sozialen Umfeld der infizierten Person befinden. Es gibt auch keine Politik der obligatorischen Isolierung für diejenigen, die beispielsweise im selben Zug oder im selben Geschäft waren wie jemand, der positiv auf das Virus getestet wurde.

 

Hongkong

Die Situation in Hongkong ist ebenfalls sehr positiv, unterscheidet sich jedoch etwas von der in Singapur. Eine der ersten Maßnahmen war die Übertragung aller staatlichen Dienstleistungen auf eine Online-Plattform. Zudem sind die Schulen im Gegensatz zu Singapur seit dem Ausbruch der Pandemie geschlossen worden und werden voraussichtlich auch bis zum 20. April geschlossen bleiben.

Ähnlich wie in Singapur haben die Einkaufszentren, Geschäfte und Restaurants noch nicht geschlossen und sind nur geringfügig betroffen. Einige Geschäftsinhaber haben sich tatsächlich für die Schließung entschieden, wurden aber von den Regierungsbehörden nicht dazu verpflichtet. Es scheint, dass öffentliche Orte wie Bars und Restaurants nur unter den extremsten Umständen geschlossen werden. Dies liegt daran, dass in Hongkong das Auswärts Essen ein Markenzeichen der dortigen Kultur ist.

Einheimische können sich glücklich schätzen, dass in Hongkong die öffentlichen Verkehrsmittel wie gewohnt fahren. Die meisten Menschen im Land sind vollständig auf die U-Bahn angewiesen, nur wenige besitzen ein Auto. Momentan werden die Busse und die U-Bahn jedoch in einem höheren Maße desinfiziert.

Die Regierung investiert viel, um sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit über alle Richtlinien und Empfehlungen der Regierung informiert ist. Durch verschiedene Medien wie Fernsehen und Radio stellt die Regierung sicher, dass die Öffentlichkeit so gut wie möglich informiert ist. Aus diesem Grund sind die Menschen in Hongkong auch nicht im Entferntesten in Panik geraten. Aufgrund der konsequenten Investitionen der Regierung sind sich die Menschen über ein hohes Maß darüber im Klaren, was in dieser Krise von ihnen verlangt wird.

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