Arabische Zeitung: „Die Palästinenser sind ein undankbares Volk“

In einem Editorial beschreit Ahmed Al-Jarallah, der arabische Chefredakteur der englischsprachigen Zeitung „Arab Times“, was die Menschen in den Golfstaaten von den Palästinensern halten.

von Aviel Schneider | | Themen: Palästinenser, Kuwait
Archivbild - Wütende Anhänger der palästinensischen Fatah-Bewegung protestieren in der Stadt Hebron gegen einen Friedensplan, den der ehemalige US-Präsident Trump zur Lösung des Konflikts zwischen den Palästinensern und Israel angekündigt hatte und zünden Bilder von Donald Trump, dem damaligen israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und Führern der Golfstaaten an. Foto: EPA-EFE/ABED AL HASHLAMOUN

Unter der Überschrift „Warum sind wir diejenigen, die von den Palästinensern beleidigt werden?“ erklärt die arabische Zeitung Arab Times aus Kuwait, warum „die Törichten für sich selbst kämpfen sollten“. Seit einigen Jahren werden Stimmen wie diese in der arabischen Welt immer lauter. Sie bestätigen in bestimmter Weise wovor Israel jahrelang immer wieder gewarnt hat. Man kann schlussfolgern, dass der palästinensische Konflikt nicht mehr im Mittelpunkt des arabischen Interesses im Nahen Osten steht, und das verärgert die Palästinenserführung in Ramallah und im Gazastreifen. Israel Heute hat für unsere Leser den Artikel ins Deutsche übersetzt:

 

„Wenn sie glücklich sind, verfluchen sie die Führer und die Golfstaaten. Wenn sie wütend sind, verwenden sie alle verleumderischen und beleidigenden Wörter in ihrem Wörterbuch gegen uns.

Wir, die Bürger der Golfstaaten, übersehen all das, indem wir ihnen Hilfe zukommen lassen. Wir waren auch in allen arabischen Kriegen involviert, um das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung und die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 zu verteidigen. Wir sind die Einzigen, die sie im Jahr 1970 gerettet haben, als sie ihren Krieg (Schwarzer September) gegen Jordanien begannen. Der verstorbene Scheich Saad Al-Abdullah evakuierte ihren Führer Jassir Arafat aus Amman. Die arabischen Golfstaaten, allen voran das Königreich Saudi-Arabien, boykottierten während des Krieges von 1973 den Ölexport in die westlichen Länder.

Darüber hinaus legte Riad zwei Initiativen zur Lösung des Konflikts vor. Trotz ihrer Unterstützung der irakischen Invasion Kuwaits (durch Saddam Hussein) und ihrer Beteiligung an Einschüchterungsversuchen, Misshandlungen und Morden an kuwaitischen Bürgern, unterstützten die Golfstaaten, insbesondere die Kuwaitis, weiterhin die Palästinenser und ihre Widerstandsgruppen.

Sie unterstützten den verstorbenen (ägyptischen Präsidenten) Jamal Abdul Nasser gegen uns. Sie standen auf der Seite Muammar Gaddafis, als er alles, was er hatte, gegen die Führer der Golfstaaten einsetzte. Ihr Spott ging sogar so weit, dass sie die Namen der Könige und Prinzen der Golfstaaten auf Tiere schrieben und mit ihnen an der Spitze ihrer Demonstrationen marschierten. All dies ist nur die Spitze des Eisbergs dessen, was die Golfstaaten für die Palästinenser getan haben und mit welcher Undankbarkeit sie bis heute reagiert haben.

Die Palästinenser stellten sich auf die Seite des iranischen Huthi-Aggressors gegen Saudi-Arabien und die Golfstaaten. Die Palästinenser verleumdeten und verfluchten die Führer und Regierungen der Länder des Golf-Kooperationsrates, weil sie die Liquidierung des Chefs der iranischen Terroristenschlange Qassem Soleimani nicht verurteilten und beklagten. Hat nicht Mahmoud al-Zahar (Hamasführer) unser Volk deswegen als Homosexuelle bezeichnet und Ismail Haniyeh (Hamasführer) einen Angriff auf uns gestartet, bei dem er sich in seiner Trauerrede äußerst vulgär gegen uns geäußert hat?

Da fragt man sich wirklich: Haben ein paar tausend Dollar und eine Handvoll iranischer Raketen eine solche Wut gegen uns ausgelöst? Wie billig sind die Palästinenser?

Noch nicht einmal die Israelis, die die Besatzer sind, haben solche Beleidigungen und Flüche erhalten, wie wir Menschen in den Golfstaaten sie von den Palästinensern abbekommen haben. Tatsächlich skandierten die Anhänger der beiden Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad bei ihren jüngsten Demonstrationen anlässlich der Tötung des iranischen Kriegsverbrechers Qassem Soleimani „Tod den Anführern der arabischen Golfstaaten und dem Haus Saud“.

Deshalb fragen wir: „Wie lange werden wir uns noch von den Palästinensern beleidigen lassen, die sich ständig an den Meistbietenden verkaufen? Ist Palästina überhaupt noch unsere Sache, für die wir all das von den Palästinensern verursachte Leid ertragen müssen“? Ist diese Frage nicht zu einer internen Angelegenheit zwischen zwei Parteien geworden, nachdem die Palästinensische Autonomiebehörde ausgerufen wurde, die endlosen Abkommen zwischen Tel Aviv, Ramallah und Gaza und der rege Handelsaustausch? Welchen Nutzen hat der Golf-Kooperationsrat also davon, sich in diesen bilateralen Konflikt zu verstricken?

Siebzig Jahre lang haben wir all die palästinensische Verweigerung ertragen. Deshalb ist es an der Zeit, dem Ganzen ein Ende zu setzen, indem wir ihnen die Unterstützung entziehen und nicht jedes Mal, wenn einer von ihnen eine Rakete auf Israel abschießt, in Vermittlungen enden. In diesem Fall sollen sie wieder aufbauen, was sie durch ihre eigenen Taten zerstört haben.

Genug ist genug! Die Last des Kummers, die wir wegen der Undankbarkeit der Palästinenser ertragen müssen, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie ermutigen den Terrorismus gegen uns, rufen dazu auf, uns zu töten, und rufen Slogans wie „Der Weg der Befreiung führt über Kuwait, Abu Dhabi, Manama, Riad und Doha“.

Alle Golfstaaten sollten ihre Beziehungen zu Israel normalisieren, weil der Frieden mit diesem fortschrittlichsten Land das Richtige ist. Lasst die Törichten für sich selbst kämpfen.“

 

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