Alltag und Ärger über Supermärkte

Während Corona kaum noch Thema ist, ärgern wir uns in Israel über die hohen Preise im Supermarkt und sorgen uns um ein israelisches Ehepaar, das in Istanbul festgehalten wird.

Supermarkt von Rami Levi in Modiin Foto: Yossi Aloni/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Hatte ich Sie nicht gerade eben zu einer weiteren neuen Woche begrüßt? Und nun ist es schon wieder so weit. Die Tage vergehen wie im Fluge. Die Sonntags-Routine  steht wieder an. Unser Sohn muss zurück in seine Basis, unsere Tochter in ihre Hochschule. Wieder werden die Straßen verstopft, die Busse und Züge vollbesetzt sein. Wie immer am Sonntag. Daher hat sich unsere Tochter entschlossen, heute etwas später loszufahren, nachdem sie in der vergangenen Woche im Zug stehen musste, da dieser total überfüllt war. Auch unser Sohn brauchte für die Busfahrt nach Jerusalem mehr als eine Stunde, normalerweise dauert die Fahrt nicht mehr als eine halbe Stunde. Wir müssen uns mit dieser Situation erst einmal abfinden. In etwa vier Monaten soll dann endlich die Zugstrecke von Modiin nach Jerusalem eröffnet werden und in einem Jahr die erste Straßenbahnlinie im Großraum von Tel Aviv ihren Dienst beginnen. Ich wünsche unseren Kindern eine gute Fahrt und eine angenehme neue Woche.

Auch Ihnen, liebe Leser, wünsche ich eine gute neue Woche. Mit Besorgnis verfolge ich die Berichte aus Europa über den Beginn der vierten Corona-Welle. Während die Zahlen der täglich Neuinfizierten bei Ihnen wieder drastisch nach oben gehen, kehren wir hier in Israel wieder in das normale Alltagsleben zurück. Es gibt bei uns kaum noch Einschränkungen. Außer der Maske, die wir in Gebäuden tragen, ist eigentlich alles völlig normal.  So empfinde ich es jedenfalls. Wie auch immer, wir werden lernen müssen, mit Corona zu leben.

In der vergangenen Woche haben uns hier allerdings ganz andere Themen beschäftigt. Fast jeden Tag ging es um die Preise, die wir in den Supermärkten bezahlen. Die Eigentümer der Supermarktketten und der Einfuhrkonzerne wurden beschuldigt, indirekt Preisabsprachen zu machen. Das Thema wurde aktuell, nachdem die Supermarktketten drastische Preiserhöhungen angekündigt hatten. Gleichzeitig wurde eine Supermarktkette dabei ertappt, neben der normalen Internetseite eine weitere Seite für die jüdisch-orthodoxe Gemeinde betrieben zu haben, wo die zum Teil gleichen Produkte viel billiger angeboten wurden. Nach der öffentlichen Kritik entschied die Kette das Problem einfach durch die Schließung der billigeren Internetseite zu lösen. Darüber berichtete ich Ihnen schon in der letzten Woche. Auch in der Knesset war man sehr verärgert darüber und die Supermarkt-Eigentümer wurden in eine dringliche Sitzung Wirtschafts-Ausschusses der Knesset eingeladen, wo es recht heiß herging. Die Supermärkte beschuldigen die Regierung für die hohen Preise, die Mitglieder des Knesset-Ausschusses beschuldigen die Supermärkte und Lebensmittelkonzerne der Preisabsprache. Es ging derart hoch her, dass der Eigentümer einer Discount-Kette des Saales verwiesen wurde, das sah dann so aus:

Rami Levi ist der Eigentümer einer hier sehr beliebten Supermarktkette. Angeblich hätte er die Mitglieder des Ausschusses beleidigt, nachdem er die Regierung für die hohen Preise verantwortlich gemacht hatte. So ganz Unrecht hat er dabei gar nicht, denn die Steuern und Zölle, die der Staat verlangt, sind hoch. Wie auch immer, bis sich etwas ändern wird, werden wir erst einmal weiter tief in die Tasche greifen müssen.

Einkaufen im Supermarkt ist ein teurer Spaß.

Das zweite Thema, das seit einigen Tagen für Schlagzeilen n den Medien sorgt, ist die Geschichte eines Ehepaares aus Modiin, dass in den Urlaub nach Istanbul geflogen war und dabei ertappt wurde, wie sie von der Ferne das Schloss des türkischen Präsidenten Erdoğan fotografiert und an ihre Familie per WhatsApp geschickt hatten. Sie wurden festgenommen und werden jetzt der Spionage beschuldigt. eine sehr unangenehme Geschichte, die sich wohl noch weiter entwickeln wird.

Die Türkei ist für die Israelis ein beliebtes Reiseziel, trotz der bestehenden Spannungen. Ob das auch jetzt so bleiben wird? Die billigen Preise locken eben, aber mich reizt das nicht, ich bleibe lieber zu Hause. Was fehlt uns denn hier (von den hohen Preisen abgesehen)?

Eigentlich fehlt uns gar nichts, man kann auch hier wunderbar Urlaub machen oder einfach nur einen kleinen Ausflug an den Strand. Genau das haben wir an diesem Wochenende gemacht, als ich zusammen mit meinem jüngsten Sohn meinen ältesten Sohn in Tel Aviv besucht hatte. Das wetter hätte besser nicht sein können. Noch immer ist es angenehm warm.

Sommerliches Wetter mitten im November

Das Wetter für heute in Israel

So langsam wird es vielleicht doch etwas herbstlicher. Teilweise bewölkt und etwas kühler. Im Norden und in den Bergen des Zentrums wehen starke östliche Winde. Bis Mittag kann es vereinzelte Regenschauer geben. In der Judäischen Wüste und am Toten Meer besteht die Gefahr von Blitzfluten. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 29 Grad, am Toten Meer 30 Grad, Beersheva 26 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt bei – 210,57 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,77 Meter bis zur oberen Grenze.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute einen angenehmen Sonntag. Machen Sie es gut und bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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