Al Haram A-Sharif: Zwischen Tempel und Grabeskirche

Als im 7. Jahrhundert der Islam entstand und mit ihm die arabische Kultur, wurde ein außergewöhnlicher Komplex geschaffen, der Al Haram A-Sharif. Sein beherrschendes Gebäude, der luxuriöse Felsendom, beruht im Grunde auf der jüdischen Religion und Tradition. Unter den ausführenden Bauleuten waren christlich-byzantinische Architekten. Sie ließen sich durch die nahegelegene Grabeskirche inspirieren.

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(Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Der Koran bedient sich biblischer Gestalten, die als vor-islamische Helden verehrt werden. Der Historiker Ahmad al-Jakubi beschreibt im 9. Jahrhundert König David als frommen Muslim, der Tag und Nacht betet und an jedem zweiten Tag fastet. Jakubi lässt „Dawud“ den Goliath besiegen, indem Dawud „Allah Akbar“-Rufe ausstößt und drei Steine benutzt, die Abraham, Isaak und Jakob gehörten.

Der Platz, den die Muslime als Standort für den Felsendom auswählten, war der Platz, an dem der Tempel Salomos gestanden hatte. Die Heiligkeit des Ortes in der jüdischen Tradition brachte die Araber dazu, König David und seinen Sohn Salomo als Begründer des Heiligtums anzuerkennen und zu akzeptieren.

Wegen der Affinität des Al Haram A-Sharif zur jüdischen Religion und Tradition erlaubten die Muslime den Juden, an diesem Ort ihren Gottesdienst durchzuführen und stellten sie an, sich um die Instandhaltung des Platzes zu kümmern. Dies dauerte das ganze erste Jahrhundert des Islam an. Mujir Al-Din (1456-1522) war ein Jerusalemer Kadi und Historiker. Er schrieb die Geschichte Jerusalems und Hebrons auf. Sein Werk „al-Uns al-Jalil bi-tarikh al-Quds wal-Khalil“ („Die glorreiche Geschichte Jerusalems und Hebrons”) gilt als umfassende Quelle zur Geschichte Jerusalems. Er erwähnt die jüdischen Diener im Haram Al-Sharif, die wegen ihres religiösen Ranges und Berufs keine Kopfsteuer zahlen mussten, die eigentlich allen Juden auferlegt war. „Zu Beginn waren sie zehn an der Zahl, später zwanzig. Sie kümmerten sich um die Sauberkeit und rituelle Reinheit, die Gläser, die Kelche, die großen Lampen und andere Aufgaben…”

…Im Laufe der Jahre, in denen sich der Islam als monotheistische Religion neben Judentum und Christentum festigte, verblassten die in allen drei Religionen identischen Merkmale. Die islamische Tradition vereinnahmte am Standort des Tempels in Jerusalem viele Elemente des Judentums und des Christentums.

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