Am Jom HaSikaron, dem Gedenktag für die gefallenen Soldaten und die Opfer des Terrorismus, steht Israel still. Sirenen durchbrechen den Alltag, Menschen verharren für einen Moment, und im ganzen Land wird der Gefallenen der israelischen Armee sowie der Opfer des Terrorismus gedacht. In diesem Jahr fällt das Gedenken in eine Zeit anhaltender Spannungen – und neuer Verluste.
Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums sind seit dem vergangenen Gedenktag 172 Soldaten und Angehörige der Sicherheitskräfte im Dienst ums Leben gekommen.
Zusätzlich wurden 54 schwer verwundete Veteranen, die an den Folgen ihrer im Dienst erlittenen Verletzungen starben, nachträglich in die Reihe der Gefallenen aufgenommen. Damit steigt die Gesamtzahl derjenigen, die seit 1860 – dem Beginn der jüdischen Besiedlung außerhalb der Altstadtmauern Jerusalems – ihr Leben für die Verteidigung des Landes verloren haben, auf 25.650.
Die Statistik umfasst neben Soldaten der Israelischen Armee auch Mitglieder von Polizei und weiteren Sicherheitsdiensten. Berücksichtigt werden dabei nicht nur Gefallene durch Kampfhandlungen, sondern auch Todesfälle infolge von Unfällen, Krankheiten oder dienstbedingten psychischen Belastungen.
Die anhaltende Sicherheitslage zeigt sich auch in den jüngsten Verlusten. Erst am Wochenende kamen zwei Reservisten bei Einsätzen im Libanon ums Leben – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Lage an den Grenzen weiterhin angespannt bleibt.
Der Gedenktag begann bereits am Montagabend um 20 Uhr mit einer landesweiten Sirene, die das öffentliche Leben für eine Minute zum Stillstand brachte. Am Dienstagvormittag folgt um 11 Uhr eine zweiminütige Sirene, bevor auf den 52 Militärfriedhöfen des Landes die zentralen Gedenkzeremonien stattfinden.
Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage erfolgen die Veranstaltungen in diesem Jahr unter den Richtlinien des Heimatschutzkommandos der Armee. Ziel sei es, so erklärte das Verteidigungsministerium, ein Gleichgewicht zwischen der Heiligkeit des Gedenkens und dem Schutz des Lebens zu wahren.
Aryeh Moalem, Leiter der Abteilung für Hinterbliebene, Gedenken und Erbe im Verteidigungsministerium, betonte im Vorfeld die besondere Bedeutung des Tages. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums ist die Erinnerung an die Gefallenen ein Fundament der nationalen Einheit. Hinter jedem Namen stehen Familien und großer Schmerz – aber auch eine Kraft, die die Gesellschaft weiterhin verbindet.
Der Übergang vom Jom HaSikaron zum unmittelbar folgenden Unabhängigkeitstag gehört zu den eindrücklichsten Momenten im israelischen Kalender – ein Wechsel von Trauer zu Hoffnung, der in diesem Jahr angesichts der andauernden Spannungen besonders schwer wiegt.




