Guten Morgen liebe Leser!
Ich war klatschnass, als ich gestern zuhause ankam. Selber schuld, hatte ich doch meinen Regenschirm im Auto gelassen, wie ich Ihnen gestern früh noch stolz berichtet hatte. Und dafür wurde ich dann am Ende des Tages bestraft. Im ganzen Winter hatte ich einen so gewaltigen Regen wie gestern nicht erlebt. Alles begann gegen 15:30 Uhr, genau die Zeit, an der ich mich normalerweise auf dem Weg nachhause mache und zum Bus gehe. Es begann zu hageln. Da der Bus nicht auf mich warte, verließ ich dennoch das Büro und ging zum Bus. Nach nur wenigen Minuten war meine Kleidung völlig durchnässt, das Wasser tropfte sogar von meiner Hose in die Schuhe hinein. Ich begann mir Sorgen um mein Laptop zu machen. Doch das blieb trocken, es lohnt sich eben, wenn man für einen Rucksack etwas mehr investiert. Alles ist trocken geblieben. Nur ich eben nicht.
Besonders im Süden des Landes war der Regen und Hagel sehr stark. Die zum Teil tischtennisballgroßen Hagelkörner richteten bei einigen Autos erhebliche Schäden an. Wie groß die Hagelkörner waren, das können Sie im folgenden Video aus Arad sehen (Arad!):
Dieser verrückte Wintertag im April sorgte auch füe einige recht amüsante Szenen, wie ein Müllcontainer, der alleine durch eine Straße zieht.
Und wenn ich Ihnen schon ein paar Videos zeige, dann müssen Sie auch das folgende Video sehen, wo ein Lastwagen für so starke Wellen sorgte, dass diese ein Auto fast zum „kentern“ gebracht hätte. Venedig in Israel.
Weitere Bilder dieses verrückten Tages können Sie im Video des Titelbildes sehen. Dort wird unter anderem auch die Überschwemmung eines Einkaufszentrums in Rishon Lezion gezeigt. Dort war der Regen besonders ergiebig, um die 60 Millimeter fielen dort, das war rekordverdächtig.
Leider sind wegen des Wetters auch zwei Opfer zu beklagen. Ein 17-jähriger Beduine ist von den Wassermassen, die durch den Mamshit Wadi flossen erfasst worden und konnte später nur noch tot geborgen werden. Eine 18 Jahre alte Araberin aus einem Dorf in der Nähe von Bethlehem wurde durch eine plötzliche Überflutung erfasst und weggespült, zusammen mit ihren Schafen. Erst 8.5 Kilometer entfernt konnte ihre Leiche gefunden werden. Mehr Glück hatte eine Gruppe von 80 Schülern, die während eines Ausfluges in der Nähe von Nokdim durch eine Überschwemmung eingeschlossen waren. Sie konnten geborgen werden. Einige der Schüler litten an Unterkühlung. Der plötzliche Regen kam überraschend.
Noch bis morgen soll dieses Wetter so bleiben, am Shabbat wird dann der Frühling zurückkehren. Ich hoffe nur, dass ich heute trocken nachhause kommen werde, denn mein Regenschirm ist wieder zuhause geblieben, keine Ahnung warum.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Vereinzelte Regenschauer und Gewitter in den meisten Teilen des Landes. Gefahr von Blitzfluten in den südlichen und östlichen Wadis. Die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit zu niedrig. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 27 Grad, Beersheva 23 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist nach wie vor unverändert und liegt bei -213.385 m unter dem Meeresspiegel.
Gestern erzählte ich Ihnen, das hier in Jerusalem momentan die „Woche des Fahrrads“ begangen wird, als Vorbereitung auf das große Ereignis, dem Start der Giro d’Italia am 4. Mai in Jerusalem. Als Generalprobe dafür findet morgen das schon von mir erwähnte Gran Fondo New York Jerusalem Radrennen statt. Ein weiteres Radrennen, das für morgen vorgesehen war, das sogenannte „Jerusalem Yes Planet Radrennen“ ist leider wegen des Regens abgesagt worden und fällt damit im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Es soll nun am 11. Mai stattfinden, genau eine Woche nach dem Start der Giro d’Italia. Zum Glück regnet es jetzt, was wäre wohl gewesen, wenn der Start der Giro d’Italia nicht hätte stattfinden können. Auch unser Ministerpräsident bereitet sich schon auf dieses Rennen vor und traf sich dafür mit dem israelischen Team.
Morgen in einer Woche geht es los. Netanjahu mit dem israelischen Team
Heute werde ich es in meinem Bericht beim Wetter belassen. Alles andere werden Sie dann in unseren Meldungen erfahren.
Nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und trockenen Donnerstag. Im Sommer werden wir den Regen bestimmt vermissen. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




