Israel

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Israel Heute Morgen

Obwohl ich meinen Regenschirm zuhause gelassen habe, bin ich heute trocken in unserer Redaktion angekommen. Ein paar Worte über einen neuen Tunnel nur für Radfahrer in Jerusalem, einem Radrennen am Freitag als Generalprobe für die Giro d’Italia, das Vergessen von Kindern in Autos und natürlich das Wetter für heute in Israel. Der Winter kommt zurück.

Guten Morgen liebe Leser!

Obwohl ich meinen Regenschirm zuhause gelassen habe, bin ich heute trocken in unserer Redaktion angekommen. Doch kaum hatte ich es mir an meinem Schreibtisch bequem gemacht, hörte ich schon einen ersten Donner. Und dann fielen auch schon die ersten Regentropfen. Der Winter meldet sich zurück. Leider kann ich Ihnen nicht diese enorm gut riechende frische Luft beschreiben, die ich auch hier im Büro riechen kann. Ich liebe dieses Wetter. Am Nachmittag möchte aber dann doch um eine kurze Pause bitten, damit ich trocken zum Bus gehen kann.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Regenschauer in den meisten Teilen des Landes mit gelegentlichen Gewittern. Gefahr von Überschwemmungen im Osten und Süden, sowie an der Küste. Sehr deutlicher Rückgang der Temperaturen, für die Jahreszeit zu kühl. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 29 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Beersheva 22, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.385 m unter dem Meeresspiegel.

Erst am Freitag soll der Regen dann langsam wieder nachlassen. Das ist auch gut so, denn am Freitag findet hier in Jerusalem das sogenannte Gran Fondo New York Jerusalem-Radrennen statt. Es ist das erste Mal, dass dieses Rennen nach Jerusalem kommt. In Deutschland wird es im September in der Stadt Hameln stattfinden. Nun ist Jerusalem ein Teil dieser Familie.

Ich gebe zu, dass ich bis jetzt nie etwas davon gehört hatte. Als gebürtiger Oldenburger, aus der Stadt der Radfahrer, bin ich früher wohl immer ein begeisterter Radfahrer gewesen, doch hier in Jerusalem habe ich es in den letzten 30 Jahren nicht gewagt, mich auf das Rad zu setzen. Dabei haben sich die Bedingungen für Radfahrer besonders in den letzten Jahren enorm verbessert. Immer mehr Radwege werden gebaut, gerade in Jerusalem gibt es immer mehr Radwege. Und jetzt, pünktlich zum Radrennen am Freitag, wurde der erste Tunnel für Radfahrer fertiggestellt. Dieser 10 Meter breite Tunnel hat eine Länge von 2.1 Kilometern und verbindet den Refaim-Strom mit dem Sorek-Strom. Der Tunnel war ursprünglich dafür genutzt worden, Wasser in eine Kläranlage zu führen. Nun wird er erstmals für die Radfahrer geöffnet werden.

Der 2.1 Kilometer lange Tunnel für Radfahrer in Jerusalem

Das Fahrradrennen ist aber nur eine Generalprobe für das, was in der nächsten Woche in Jerusalem beginnen wird: Der Giro d’Italia, nach der Tour de France, das bedeutendste Fahrradrennen überhaupt. Über dieses große Ereignis werden wir Ihnen dann berichten, wenn es soweit ist. Jerusalem ist im Fahrradfieber, daher wird in dieser Woche die “Woche des Fahrrades” begangen. Ich glaube, ich werde mit doch mal ein Fahrrad zulegen. Dann könnten wir mal gemeinsam einige Radwege in Jerusalem und in Modiin, da gibt es sehr viele schöne Strecken, “unsicher machen”.

Und jetzt noch etwas Trauriges: Gestern ist es wieder passiert. Eigentlich ist es unfassbar, dass es leider immer mal wieder passiert, das Kinder im Auto vergessen werden. Auch denen, die es passiert, waren sich bestimmt sicher, dass es ihnen eben nicht passieren wird. Gestern ist ein zweijähriges Kind gestorben, nachdem es 5 lange Stunden im Auto der Familie eingesperrt war. Die Tragödie ereignete sich in dem jüdisch-orthodoxen Ort Rekasim in der Nähe von Haifa. Der Vater war mit dem Auto auf dem Weg, seinen kleinen Sohn zum Kindergarten zu bringen und anschließend weiterzufahren. Aus einem mir persönlich unerklärlichen Grund vergass er, seinen Sohn im Kindergarten abzusetzen und fuhr sofort zum Kollel, eine Jeshiva für verheiratete Männer, wo er studiert. Als dann seine Tochter gegen Mittag ihren kleinen Bruder abholen wollte, wurde ihr im Kindergarten gesagt, dass er gar nicht da war. Und dann wurde das arme Kind im Auto gefunden. Tragisch, ich kann so etwas nicht nachvollziehen.

Mittlerweile gibt es alle möglichen Patente, um Tragödien wie diese zu vermeiden. Navigations-Apps fragen den Fahrer am Ende der Fahrt, ob er sein Kind mitgenommen hat, auch gibt es besondere Apps für das Handy zusammen mit einem Kissen, die App teilt dann mit, dass das Kind noch im Auto sitzt, sollte sich das Elternteil vom Auto entfernen.

Eine von vielen Patenten, die das Vergessen eines Kindes im Auto vermeiden sollen

Eigentlich ist es etwas traurig, dass man sich diese Lösungen ausdenken muss. Ich hoffe sehr, dass wir den kommenden Sommer gut überstehen werden.

Und nun wünche ich Ihnen einen angenehmen und ausgefüllten Mittwoch. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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