Guten Morgen liebe Leser!
Als ich gestern etwas später als sonst unsere Redaktion verließ (wir waren mit der Jubiläumsausgabe beschäftigt), war es draußen sehr bewölkt und viel kühler als in den letzten Tagen. In den kommenden zwei Tagen soll es sogar noch „winterlicher“ werden mit Regen und Gewittern im Norden und Zentrum des Landes. Ab Mittwoch Mittag soll es dann wieder wärmer werden. So ist er nun mal, der israelische Frühling. Übrigens war der Monat März im Durchschnitt um ganze 4 Grad wärmer als üblich.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Teilweise bewölkt mit einem Rückgang der Temperaturen. Vor allem im Norden kann es zu vereinzelten Regenschauern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Eilat am Roten Meer 29 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.42 m unter dem Meeresspiegel.
Mit dem Ende von Pessach begann gestern auch der Sturm auf die Brotregale in den Supermärkten. Am Tag nach Pessach ist das immer so eine Sache mit dem Brot. Die Bäckereien schaffen es nicht, der gewaltigen Nachfrage nach frischem Brot nachzukommen. Es werden zunächst meistens erst einmal die einfachen Brotsorten gebacken. Aber auch die sind dann immer sehr schnell vergriffen, so dass man sich im besten Fall dann mit den Pitas oder Brötchen abfinden muss, die noch in den Supermärkten gebacken werden. Um diesen Engpass am ersten Tag nach Pessach zu vermeiden, wollte man sich dieses Mal besser vorbereiten. Doch als den Kinden gestern klar wurde, wie die Bäckereien das Problem “gelöst” hatten, waren die meisten von ihnen enttäuscht und sogar verärgert. So wie dieser Kunde im Video, der in einem Supermarkt in Modiin war, um frisch gebackenes Brot zu kaufen. Es sah auch ganz danach aus, als sei diesmal genug frischen Brot im Angebot. Aber dann kam die Wahrheit ans Licht. Und die erzählte der Kunde im folgenden Video.
Der Kunde erzählt uns, dass das “frische” Brot auf den Regalen feucht und kalt sei. Es sei vor Pessach eingefroren worden und dann pünktlich zum Ende des Festes wieder aufgetaut und an die Supermärkte geliefert worden. Auf der Packung steht dann geschrieben, dass das Brot als “Gesäuertes” vor Pessach verkauft wurde, damit also zum erzehr geeignet ist, auch wenn es schon vor Pessach gebacken wurde. Das ist ja auch alles schön und gut. Das Problem ist jedoch, dass es zum selben Preis wie frisch gebackenes Brot verkauft wurde. Die Verbraucher fühlten sich getäuscht. Heute kam diese Geschichte in die Zeitungen, die Bäckereien wurden aufgefordert, Stellung zu nehmen. Ihnen wird eine Täuschung des Kunden vorgeworfen. Im kommenden Jahr werde man die Lehren aus den Fehlern ziehen, sagten einige der Bäckereien. Als ich gestern in unseren nächstliegenden Supermarkt ging, um Brot zu kaufen, sah ich nur ein komplett leeres Brotregal, noch nicht einmal Pitas waren zu haben. Dort hatte man wohl kein vorher eingefrorenes Brot angeboten. Heute werde ich es nochmal versuchen und ich bin sicher, dass der die “Brotkrise” nun hinter uns liegt. Beim Lesen der Nachrichten heute früh, stieß ich auf eine weitere interessante Meldung. Es geht um Fahrräder, die von jedem benutzt werden können und in den Städten verteilt stehen. Bis jetzt gibt es in Tel Aviv das sogenannte Tel-O-Fun, das sind Fahrräder, die in einer Docking-Station stehen. Von dort kann man sich dann ein Rad ausleihen, das man dann wieder an einer anderen Station zurückstellen muss. Nun sollen zwei chinesische Firmen, Ofo und Mobike, bald ihren Betrieb in Israel aufnehmen. Vielleicht kennen Sie eines der Firmen ja schon ais Deutschland, Ofo ist nämlich schon in Berlin in Betrieb. Bei ihnen wird auf eine Station für die Räder verzichtet. Die Räder stehen un der Stadt verteilt, sie werden dann mithilfe einer App für das Handy geortet und können dann damit auch freigeschaltet werden. Nach Ende der Fahrt kann man das Rad dann wieder irgendwo abstellen und abschließen. Dann wartet es auf den nächsten Kunden.
„Mobike“ wird bald den Betrieb in Israel aufnehmen, so funktioniert das
“Mobike“ wird in Israel um die 2500 Fahrräder bereitstellen. Zunächst wird jedoch mit einem Pilot begonnen, dann können die Räder noch gratis benutzt werden. Dieser Pilot soll in den Städten Rishon LeZion, die als Krajot bekannten Vororte nördlich von Haifa, am Toten Meer und im Jordan Tal beginnen. Eine Fahrt soll später dann um die 2 bis 4 Shekel pro halbe Stunde kosten (50 Eurocent bis 1 Euro). Das klingt doch toll. Die Frage ist nur, wie oder ob diese Fahrräder, die dann an jedem Platz abgestellt werden können, das überleben. Sie könnten beschädigt oder gestohlen werden. Allerdings hat sich das Tel-O-Fun in Tel Aviv als Erfolg erwiesen. Ich habe nie gelesen, dass so ein Rad gestohlen wurde, bringt ja auch nichts. So hoffe, dass diese Projekte ein Erfolg werden, sie können zu weniger Autos in den Städten beitragen. Ich wäre einer der ersten, der sich so ein Rad schnappen würde, um schnell vom Bus zur Redaktion zu radeln
Sie haben schon bemerkt, liebe Leser, dass ich heute überhaupt keine Lust hatte, mich mit ernsten und schlechten Nachrichten zu befassen, sondern lieber mit ein paar unwichtigen Themen aus dem täglichen Leben. Alles andere kommt dann später. Leider gibt es nicht viel neues. In Syrien sterben wieder unzählig viele Frauen und Kinder, während die Welt viel lieber Israel für den Schutz seine Grenzen kritisiert. Aber ich wollte ja gar nicht davon schreiben.
Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Montag und einen guten Beginn der Arbeitswoche. Mache Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




