Acht Monate nachdem die Bewohner der Siedlung Amona ihre Häuser verlassen mussten und seitdem in engsten Verhältnissen in einer Herberge in Ofra wohnen, sind gestern die Baupläne der neuen Siedlung Amichai genehmigt worden. 102 Wohneinheiten sollen gebaut werden.
Die Israelische Regierung hatte schon vor der Räumung Amonas den Bewohnern den Bau einer neuen Siedlung versprochen, im Juni wurde sogar mit den Arbeiten für die Errichtung der Siedlung begonnen, doch kurze Zeit danach kamen die Arbeiten wegen der Bürokratie und einer fehlenden Finanzierung zum Stillstand.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat gestern im Rahmen eines Besuches des Landkreises Benjamin auch die Baustelle der neuen Siedlung Amichai besucht. Dort sagte er: „Mir sind die Diskussionen, die es von Zeit zu Zeit gibt, bekannt. Mal wird gebaut, mal nicht, es wird genehmigt, dann wieder nicht, wieviel und warum. Wir befinden uns hier in Amichai, früher Amona. Und wenn man die Arbeiten sieht, die jetzt hier ausgeführt werden, muss man gestehen: Wir arbeiten in einem Rhythmus, wie es ihn seit dem Jahr 2000 nicht mehr gegeben hat. Auch in Beit El werden 300 Wohneinheiten gebaut werden und auch für die Jüdische Siedlung in Hebron sind neue Wohneinheiten in Planung. Seit Anfang 2017 sind insgesamt 3000 Wohneinheiten im Bau, weitere 7500 stehen kurz vor der Genehmigung.“
Nur wenige Zeit nach der Genehmigung der Baupläne wandten sich Palästinenser an das Oberste Gericht und reichten einen Einspruch ein. Sie erklärten, dass sie die rechtsmäßigen Besitzer der Grundstücke seien, auf denen die neue Siedlung Amichai errichtet werden soll. Die Beweise hierfür seien nicht beachtet worden. Sie hätten die Grundstücke geerbt. Gleichzeitig baten sie das Gericht darum, einen vorläufigen Baustopp anzuordnen.
Bild: Arbeiten an der Baustelle der Siedlung Amichai (Foto: Hadas Parush/Flash90)




