Die Geschichte der modernen hebräischen Literatur ist eng mit der Renaissance der hebräischen Sprache verknüpft. Die Wiederbelebung und Erneuerung der hebräischen Sprache (Iwrith) war ein zentrales Anliegen der nationalen Bewegung der Juden, des Zionismus, der für die Schaffung einer Heimstätte für die Juden aus aller Welt in Eretz-Israel kämpfte, was dann 1948 mit der Gründung des Staates Israel und seiner völkerrechtlichen Anerkennung geschah.
Das Hebräische war fast 2000 Jahre auf den religiösen Gebrauch beschränkt gewesen und hatte als Umgangssprache aufgehört zu existieren. Dennoch sollte gerade diese alte Sprache aus biblischer Zeit das Vehikel zur Identitätsbildung des neuen Judenstaates und der Errichtung des Nationalstaates werden, der zur Heimat der Juden aus aller Welt wurde. Nur mit der Einheitssprache Iwrith konnte aus dem mit eingewanderten Sprachenbabel eine zukunftsorientierte Sprache werden.
Bereits im Jahre 1879 hatte der aus Litauen stammende Sprachgelehrte Eliezer Ben Yehuda in seinem epochemachenden Aufsatz mit dem Titel „Eine bedeutende Frage“ für einen jüdischen Neuanfang in Eretz-Israel plädiert, der mit der Erneuerung der hebräischen Sprache einhergehen sollte. Wohlgemerkt, das war noch 18 Jahre vor Theodor Herzls erstem Zionistenkongress in Basel.




