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Netanjahu richtet Israels Neujahrsgruß gen Himmel

In einer Botschaft zum Rosch Haschana, in der er Israels Erfolge in Kriegszeiten würdigte, beschrieb der Ministerpräsident die nationale Stärke und Befreiung anhand von Gebeten und Segenssprüchen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Frau Sara Netanjahu besuchen am 9. September 2026 ein Restaurant in der nordisraelischen Stadt Safed. Foto: David Cohen/Flash90
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Frau Sara Netanjahu besuchen am 9. September 2026 ein Restaurant in der nordisraelischen Stadt Safed. Foto: David Cohen/Flash90

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nutzte seine Botschaft zum Rosch Haschana, um auf ein Jahr voller nationaler Erfolge zurückzublicken, doch das Wichtigste an seinen Ausführungen war nicht die Aufzählung an sich, sondern die Frage, wem Israel seine Dankbarkeit aussprach.

In seiner Rede im Vorfeld des jüdischen Neujahrs beschrieb Netanjahu die Rückkehr der Geiseln aus dem Gazastreifen, die Bergung der sterblichen Überreste von Oberfeldwebel Yehuda Yekutiel Katz mehr als vier Jahrzehnte nach seinem Verschwinden im Libanon sowie Israels militärische Erfolge gegen den Iran und dessen Terrorverbündete.

„Liebes Volk Israels, es zeigt sich, dass unsere Segenswünsche wirken“, sagte er und bezog sich dabei auf die Gebete, die am Rosch-Haschana-Tisch gesprochen werden, sowie auf die biblischen Verheißungen, auf denen sie beruhen.

Diese Worte waren kein Hinweis darauf, dass die Israelis bei ihrer eigenen Rettung passive Zuschauer gewesen wären. Netanjahu sprach auch von der Stärke, die Israel gezeigt hat, von seiner Innovationskraft und Wirtschaft sowie von den Maßnahmen gegen Feinde, die auf seine Vernichtung aus waren.

Doch auch diese Errungenschaften stellte er bewusst in einen biblischen Rahmen. Die Rückkehr der Geiseln wurde mit den Gebeten des vergangenen Rosch Haschana in Verbindung gebracht. Die Schwächung der Feinde Israels spiegelte die traditionelle Hoffnung wider, dass alle, die das jüdische Volk hassen, vernichtet werden.

Israel hat entscheidende Unterstützung von Verbündeten erhalten, vor allem von den Vereinigten Staaten. Doch jüngste Äußerungen von Präsident Donald Trump und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz gingen noch weiter und suggerierten, Israels Überleben hänge vom Eingreifen ihrer Länder ab. Netanjahu ging auf keinen der beiden Politiker ein. Seine Botschaft bot einen stillen, aber unmissverständlichen Kontrast.

Der jüdische Staat kann den Mut seiner Soldaten, die Entschlossenheit seiner Bürger und die Hilfe seiner Freunde anerkennen, ohne einen von ihnen mit der eigentlichen Quelle seines Fortbestands zu verwechseln.

Für ein Volk, das nach dem Trauma des 7. Oktober und einem langen Krieg ins neue Jahr startet, war Netanjahus Botschaft klar: Israel mag zwar echte Erfolge feiern, doch sein Dank gilt in erster Linie dem Himmel.

 

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Patrick Callahan

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