Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine Szene nach dem WM-Spiel Deutschlands gegen Curaçao. Deutsche und curaçaoische Spieler versammelten sich nach dem Abpfiff zu einem gemeinsamen Gebet. Was für viele Menschen ein bewegender Ausdruck ihres Glaubens war, löste in Teilen der deutschen Medien scharfe Kritik und Spott aus.
Warum sorgt ein öffentliches Bekenntnis zu Gott heute für Kontroversen? Weshalb fällt es vielen Menschen in Europa zunehmend schwer, religiöse Überzeugungen zu akzeptieren oder überhaupt zu verstehen? Und was sagt diese Entwicklung über den Zustand der westlichen Gesellschaften aus?
Aviel Schneider und Dov Eilon sprechen über den wachsenden Abstand zwischen Religion und Gesellschaft in Europa, über den Verlust kultureller und religiöser Identität sowie über die Folgen dieser Entwicklung für das Verständnis Israels und des Nahen Ostens. Denn viele Konflikte in der Region lassen sich nicht allein durch politische oder wirtschaftliche Faktoren erklären – religiöse und historische Überzeugungen spielen weiterhin eine zentrale Rolle.
Außerdem geht es um den besonderen Umgang Israels mit Tradition und Moderne. Trotz aller Spannungen zwischen religiösen und säkularen Gruppen bleibt der jüdische Charakter des Staates für die Mehrheit der Israelis ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität. Israel steht damit vor Herausforderungen, die viele westliche Gesellschaften längst auf andere Weise beantwortet haben.
Ein Gespräch über Glauben, Tradition, gesellschaftlichen Wandel und die Frage, ob Europa dabei ist, den Kontakt zu seinen eigenen kulturellen und religiösen Wurzeln zu verlieren.
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