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Trotz Krieg: Israel gehört zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung der Welt

Widerstandskraft hat sich als besonders wichtiger Faktor erwiesen, um Menschen länger gesund zu halten.

Israel
Menschen genießen einen Spaziergang am Strand von Tel Aviv – trotz des Krieges mit dem Iran und anhaltenden Raketenbeschusses auf Israel, 24. März 2026. Foto: Chaim Goldberg/Flash90.

(JNS) Wenn ich neue Olim (Einwanderer) aus Amerika treffe, gratuliere ich ihnen zu ihrer Entscheidung mit dem Hinweis, dass sie ihre Lebenserwartung gerade um etwa vier Jahre verlängert haben. Auch wenn das scherzhaft gemeint ist und keineswegs eine Vorhersage darstellen soll, steckt darin doch eine Wahrheit, die auf den ersten Blick überraschend wirkt: Israel gehört zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung der Welt.

Neueste Statistiken zeigen, dass Israel unter den Ländern mit mindestens einer Million Einwohnern die weltweit 16. höchste Lebenserwartung aufweist – Männer und Frauen zusammengenommen.

Im Gegensatz zum Glücksindex, bei dem Israel regelmäßig einen Spitzenplatz einnimmt, gibt es bei der Lebenserwartung keinen klar erkennbaren gemeinsamen Nenner. Hongkong, Japan und Südkorea führen die Liste an. Gleichzeitig gehören sie zu den Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten der Welt.

Bedeutet das also, dass Kinder der Gesundheit schaden? Hoffentlich nicht. Es zeigt jedoch, dass verschiedene gesellschaftliche Faktoren mit unterschiedlichen Ergebnissen bei der Lebenserwartung zusammenhängen können.

Analysten nennen objektive Kriterien wie den Zustand des Gesundheitssystems, Ernährung und sozioökonomische Vorteile als förderlich für eine höhere Lebenserwartung. Tatsächlich besteht oft ein Zusammenhang zwischen hohem Bruttoinlandsprodukt und hoher Lebenserwartung.

Die jüngsten Erfahrungen der Vereinigten Staaten, deren Lebenserwartung 2019, 2020 und 2021 zurückging, zeigen jedoch, dass objektive Kriterien allein die ganze Geschichte nicht erklären können. In diesen Jahren wurde Amerika nicht nur von der COVID-Pandemie getroffen, sondern erlebte auch eine hohe Zahl an Drogentoten und Suiziden.

Mit anderen Worten: Stimmung und seelische Verfassung hatten nachweislich negative Auswirkungen auf die Lebenserwartung. Zwar ist die Entwicklung inzwischen wieder positiv, doch die Vereinigten Staaten gehören weiterhin nicht zur Spitzengruppe der Länder mit hoher Lebenserwartung.

Gerade diese Probleme werfen ein interessantes Licht auf die Situation in Israel. Denn trotz Pandemie und Kriegsstress ist die Lebenserwartung in Israel von 2020 bis heute jedes Jahr leicht gestiegen.

Das könnte bedeuten, dass bestimmte gesellschaftliche, subjektive oder mentale Faktoren in Israel dazu beitragen, Langlebigkeit zu fördern und zu stärken.

Studien über das Altern zeigen nur geringe Zusammenhänge zwischen gesunden Gewohnheiten und einem langen Leben. Viele Hundertjährige oder Menschen in ihren Neunzigern rauchen, trinken Alkohol und stehen sportlicher Betätigung eher skeptisch gegenüber.

Diese Studien zeigen jedoch eine starke Verbindung zwischen Lebenseinstellung und Langlebigkeit. Unter aktiven älteren Menschen findet sich ein besonders hoher Anteil an Personen mit positiver und optimistischer Grundhaltung. Studien zeigen außerdem, dass aktive ältere Menschen häufig einen Glauben praktizieren und an ihn glauben.

Vor allem aber hat sich Widerstandskraft als besonders wirksamer Faktor erwiesen, um Menschen länger gesund zu halten.

Gerade dieser letzte Punkt könnte der Schlüssel zum Verständnis des scheinbar widersprüchlichen Anstiegs der israelischen Lebenserwartung trotz Krieg und all seiner Belastungen und Herausforderungen sein.

Die Israelis haben in zweieinhalb Jahren ununterbrochenen Drucks und Stresses bemerkenswerte Widerstandskraft bewiesen. Reservistendienst mit Beruf und Familienleben zu vereinbaren; als Ehefrauen und Mütter die Familie zusammenzuhalten, während der Partner fehlt; mit der ständigen Unsicherheit umzugehen, unter der Eltern und Familien der Dienenden leiden; und natürlich der schmerzliche Verlust von Angehörigen – all das wurde irgendwie bewältigt.

Interessanterweise gibt es eine Überschneidung zwischen den Ranglisten der Lebenserwartung und den kürzlich veröffentlichten Glücksindizes. Israelis haben sich sowohl als glücklich als auch als langlebig erwiesen.

Zwar hängt Glück ebenfalls stark von objektiven Faktoren ab, doch offenbar spielen auch Einstellungen eine entscheidende Rolle. Ein Gefühl von Sinn, Auftrag, Zugehörigkeit und eine starke Identifikation mit dem eigenen Land können Menschen länger glücklich machen.

Niemand würde behaupten, dass das Leben in Israel einfach, sorglos oder unbeschwert sei – besonders jetzt nicht. Doch wie Studien zu Lebenserwartung und Glück zeigen, gibt es im Leben Kräfte, die Belastungen überwinden und Herausforderungen, selbst Trauer, in etwas Positives verwandeln können.

Wir sind keine Superhelden. Wir sind einfach Menschen, die ihr Land lieben, an ihr Land glauben, ihre Kinder vergöttern und entschlossen sind, ihre Familien, Nachbarn und Brüder zu schützen, zu verteidigen und zu unterstützen.

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Patrick Callahan

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