Syrische Medien berichteten über Nacht, dass israelische Spezialeinheiten eine ungewöhnliche Bodenoperation tief im syrischen Territorium durchgeführt hätten, begleitet von einer Welle von Luftangriffen in der Nähe von Damaskus. Während Israel offiziell schweigt, gab Verteidigungsminister Israel Katz in den sozialen Medien einen deutlichen Hinweis: „Unsere Streitkräfte operieren Tag und Nacht in allen Kampfgebieten, um die Sicherheit Israels zu gewährleisten.“
Berichten aus Syrien zufolge griffen israelische Kampfflugzeuge und Hubschrauber am späten Mittwochabend mehrere Ziele in der Region al-Kiswah südlich von Damaskus an. Gleichzeitig teilten Militärquellen Reuters mit, dass eine israelische Kommandoeinheit an einem Militärposten in Jabal Manaa gelandet sei – einem Ort, der einst als wichtiger Stützpunkt für iranische Milizen und die Hisbollah diente. Den Quellen zufolge blieb die Truppe etwa zwei Stunden lang vor Ort, führte Durchsuchungen durch und zog sich dann ohne direkte Zusammenstöße mit syrischen Truppen zurück.
Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von etwa zehn separaten Luftangriffen auf militärische Ziele, darunter in der Nähe der Internationalen Messe Damaskus, die gerade unter Beteiligung des neuen syrischen Präsidenten Ahmad al-Sharaa eröffnet worden war. Das syrische Außenministerium verurteilte die gemeldeten Angriffe als „schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die territoriale Integrität Syriens” und beschuldigte Israel, die Region zu destabilisieren.
Die Operation erfolgte nur einen Tag nach einem Drohnenangriff – ebenfalls Israel zugeschrieben –, bei dem zwischen sechs und acht syrische Soldaten der 44. Division der Armee in demselben Gebiet getötet wurden, darunter mindestens ein Kommandant.
Versteckte Gespräche über Sicherheitsvorkehrungen
Die Berichte über den israelischen Angriff fallen mit ersten Gesprächen zwischen Israel und Vermittlern zusammen, die mit dem neuen Regime in Syrien in Verbindung stehen und die Möglichkeit einer begrenzten Sicherheitsvereinbarung entlang der Nordgrenze ausloten. Obwohl noch keine offiziellen Fortschritte bekannt gegeben wurden, sagen mit den Gesprächen vertraute Beamte, dass der Dialog die Erkenntnis widerspiegelt, dass die ungebremste iranische Verankerung in Syrien aus der Assad-Ära unter der neuen Führung nicht fortgesetzt werden kann.
Jerusalem hat immer wieder deutlich gemacht, dass Israel auch angesichts der Veränderungen in Damaskus keine iranische oder Hisbollah-Infrastruktur entlang seiner Nordgrenze tolerieren wird. Die jüngsten Angriffe sind eine deutliche Erinnerung daran, dass Israel unabhängig von den politischen Veränderungen in Syrien seine roten Linien durchsetzen will.
Interreligiöses Treffen bekräftigt Bündnis mit Drusen
Vor diesem Hintergrund fand am Mittwoch im spirituellen Zentrum der Drusen in Julis ein interreligiöses Treffen statt, das vom Oberrabbinat Israels und dem Innenministerium veranstaltet wurde. An der Veranstaltung nahmen der sephardische Oberrabbiner David Yosef, der drusische spirituelle Führer Scheich Mowafaq Tarif, der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III, der lateinische Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa, muslimische Imame und andere religiöse Vertreter teil.
Oberrabbiner Yosef betonte die gemeinsame Verantwortung aller Glaubensrichtungen, das menschliche Leben zu verteidigen, und erklärte: „Wir haben einen Blutsbund mit der drusischen Gemeinschaft, und der Staat muss alles tun, um die Drusen zu verteidigen, wo immer sie sich befinden. Jede Religion, die diesen Namen verdient, ist verpflichtet, das Leben zu heiligen. Wir müssen ganz klar sagen: Wir entscheiden uns für das Leben.“
Scheich Tarif lobte das beispiellose Treffen als Zeichen der Einheit und Ermutigung für die drusische Gemeinschaft, insbesondere angesichts ihres Leidens in Syrien: „Ihre Solidarität mit uns ist ein klares Statement des Lichts gegen die Dunkelheit. Gemeinsam können wir eine Botschaft an die Welt senden: Wacht auf angesichts der Gräueltaten in Syrien und steht nicht tatenlos daneben.“
Rabbi Eliezer Simcha Weiss, Vorsitzender des interreligiösen Komitees, fügte hinzu, dass die Verbindung zwischen Juden und Drusen eine Verbindung des Lebens und des gemeinsamen Opfers sei: „Alle, die uns vernichten wollen, werden keinen Erfolg haben. Wir überleben im Glauben, in der Hoffnung und in der Heiligkeit des menschlichen Lebens.“
Die gemeinsame Erklärung von Rabbinern, Imamen, Patriarchen und Scheichs unterstrich, dass die Verteidigung der Drusen – in Israel und darüber hinaus – nicht nur eine nationale Pflicht ist, sondern auch eine moralische und spirituelle Verpflichtung, die in der Heiligkeit des Lebens verwurzelt ist.
Eine klare Botschaft
Die jüngsten gemeldeten Aktionen Israels in Syrien in Verbindung mit der in Julis zum Ausdruck gebrachten religiösen Solidarität unterstreichen denselben Punkt: Israel handelt nicht willkürlich, sondern mit einem konsequenten Engagement für die Verteidigung seines Volkes, die Sicherung seiner Grenzen und die Unterstützung gefährdeter verbündeter Gemeinschaften wie der Drusen.
Während Damaskus Israel der Destabilisierung bezichtigt, sind die wahren destabilisierenden Kräfte – die Milizen des Iran, die Expansion der Hisbollah und sunnitische Radikale wie die Beduinen in Sweida – wohlbekannt.




