In einer Rede auf der B’Sheva-Konferenz in Jerusalem erklärte Israels Finanzminister Bezalel Smotrich, dass Israel nach Beginn der neuen Militäroperation im Gazastreifen keine eroberten Gebiete mehr zurückgeben werde – selbst nicht im Rahmen eines möglichen Geiselabkommens. Die Offensive, die den Namen „Gideons Streitwagen“ trägt, wurde zuvor vom Sicherheitskabinett genehmigt und zielt auf eine vollständige Kontrolle über den Gazastreifen ab.
„Dies ist eine dramatische Entscheidung: Sobald die Operation beginnt, wird es keinen Rückzug von erobertem Land geben – für kein Abkommen“, sagte Smotrich. Er betonte, dass der einzige Weg zur Befreiung der Geiseln in der Niederlage der Hamas liege. Ein Rückzug würde lediglich zu einer Wiederholung der Ereignisse vom 7. Oktober führen.
Kultur- und Sportminister Miki Zohar bezeichnete die Offensive als strategische Wende. „Das Ziel ist die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen“, sagte Zohar im israelischen Radio. Er räumte ein, dass dieser Schritt die Geiseln gefährden könne, sah jedoch keine Alternative zu einer entscheidenden Lösung.
Ein hochrangiger israelischer Verteidigungsbeamter wies darauf hin, dass Hamas bis zum Ende des bevorstehenden Besuchs von US-Präsident Donald Trump in der Region Zeit habe, ein Geiselabkommen zu akzeptieren. Andernfalls werde die Operation „Gideons Streitwagen“ mit voller Intensität beginnen.
Die geplante Offensive sieht unter anderem die Evakuierung von Zivilisten aus Kampfzonen, den Einsatz schwerer militärischer Ausrüstung zur Zerstörung terroristischer Infrastruktur und eine langfristige Präsenz israelischer Streitkräfte in eroberten Gebieten vor.
Smotrich betonte zudem, dass Israel die Kontrolle über alle humanitären Hilfslieferungen übernehmen werde, um sicherzustellen, dass diese nicht der Hamas zugutekommen. Er forderte die Israelis auf, den Begriff „Besatzung“ nicht länger zu fürchten. „Wir werden endlich den Gazastreifen besetzen. Wir werden aufhören, Angst vor dem Wort ‚Besatzung‘ zu haben“, sagte er.
Die internationale Gemeinschaft reagierte besorgt auf die Ankündigungen. Die Europäische Union rief Israel zur Zurückhaltung auf und warnte vor weiteren zivilen Opfern und humanitären Krisen.
Mit der Operation „Gideons Streitwagen“ steht Israel vor einem möglichen Wendepunkt im Gaza-Konflikt, dessen Ausgang weitreichende Auswirkungen auf die Region haben könnte.




