Wer war der „Mann der Götter“?

Israelischen Forschern ist es gelungen, die Scherben eines zerbrochenen 3000 Jahre alten Tonkruges wieder zusammenzufügen. Auf dem Krug steht der biblische Name Isch-Baal (Ben Bada).

von | | Themen: Archäologie

Israelischen Forschern ist es gelungen, die Scherben eines zerbrochenen 3000 Jahre alten Tonkruges wieder zusammenzufügen. Auf dem Krug steht der biblische Name Isch-Baal (Ben Bada). Entdeckt wurden die Tonscherben auf dem Hügel Tel Kaifa, südlich von Beit Schemesch. Es ist bereits die vierte Inschrift, die aus der Zeit des biblischen Königreiches Juda, 1000 v. Chr. gefunden wurde.

Die Archäologen Yossi Gurfinkel und Saar Ganor von der Hebräischen Universität in Jerusalem und der Altertumsbehörde berichteten, dass die Inschrift Isch-Baal noch nie zuvor bei archäologischen Ausgrabungen gefunden worden ist. Isch-Baal Ben Bada war wahrscheinlich ein reicher Mann, da sein Name auf einem Krug steht.

Jüdische Historiker und Rabbiner weisen darauf hin, dass der Name Isch-Baal (Ben Saul) in der Bibel als Isch-Boschet bekannt ist, was der „Mann der Schande“ heißt (2. Samuel 2). Isch-Boschet ist nicht der richtige Name, sondern aus Septuaginta-Handschriften wird dieser als Isch-Baal bezeichnet, was „Mann des Baals“ (Götter) heißt.

Isch-Boschet war einer der Söhne von König Saul, der nach Sauls Tod im Krieg von Abner zum Nachfolger von Israel gekrönt wurde. Dies geschah zur selben Zeit, als David von einer anderen Volksgruppe zum biblischen Nachfolger Sauls gekrönt wurde. Dass Saul seinen Sohn nach kanaanäischen Götzen genannt hatte, zeigt, dass Israels erster König nicht nur Gott anbetete, sondern auch Baal. Für Archäologen bedeutet ein faszinierender Fund wie dieser, dass sich Geschichte mit Archäologie vor Ort trifft.

Die Archäologen Saar Ganor und Jossi Gurfinkel sind überzeugt, dass die befestigte Stadt nicht von den Philistern errichtet und bewohnt war, sondern von Israeliten. Diese Entdeckung machten sie bereits im Jahr 2009. Der Hügel Tel Kaifa ist mit dem biblischen Ort Schaaraim („Zwei Tore“) identisch. Vor sechs Jahren haben die Archäologen damals ein zweites Stadttor entdeckt. „Uns ist keine andere Stadt aus jener Periode mit mehr als einem Stadttor bekannt“, sagte Ganor. Zu den wichtigeren Kleinfunden zählt Ganor einen Stempel mit der Abbildung eines Löwen, der sich an einen Lebensbaum anlehnt.

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox