Waze sorgt für Verkehrs-Chaos

Man muss der Navigations-App nicht immer vertrauen.

Waze sorgt für Verkehrs-Chaos
Dov Eilon

Wenn ich mich morgens kurz nach Sechs mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit mache, schalte ich immer zuerst mein Navigations-Programm an. Ich benutze das israelische “Waze”, viele Israelis haben es auf dem Smartphone. Mehr als einmal hat mich das Programm vor Stau oder Umweg bewahrt.

Aber neulich im Februar stimmte was nicht. Die virtuelle Stimme kündigte an, dass ich 58 Minuten nach Jerusalem brauchen würde und die Straße 443 fahren sollte. Normalerweise fahre ich die Schnellstraße 1 und bin in 25 Minuten da.

Ich ignorierte die Wegempfehlung. Das Navigationssystem spielte verrückt. Es schlug die seltsamsten Wege vor mit immer längeren Fahrtzeiten. Als ich an einer Ampel stand, schaute ich mir die Karte genauer an. Ob es an dem neuen Tunnel liegt? Kennt das Programm ihn noch nicht? Oder ist er wegen Bauarbeiten gesperrt?

Dabei war die Straße ungewöhnlich leer. Wahrscheinlich lag das daran, dass viele Autofahrer die Anweisungen des Navis befolgten. Aber im Radio wurde weder eine Straßensperrung noch ein Stau auf der Straße 1 gemeldet. Ich kam, im Gegensatz zu vielen anderen, die der Technik vertraut hatten, außergewöhnlich zügig voran.

Später wurde die Panne auf unerwartetet kuriose Weise aufgeklärt – und zwar in den israelischen Medien! Laut Ynet war ein Fehler eines Waze-Mitarbeiters für das Durcheinander verantwortlich. Es war 12 Stunden lang versäumt worden, eine Warnung, die sich erledigt hatte, abzustellen. Waze entschuldigte sich bei den Nutzern.

Man soll nicht immer alles glauben, was einem das Navi sagt. Auch ein gutes Programm wie Waze kann nur so gut funktionieren wie der Mensch, der es bedient. Sich die moderne Technik dienstbar machen, ist gerade in Israel in besonderem Maße geboten. Aber der gesunde Menschenverstand hat zum Glück noch nicht ausgedient.

 

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