Was steckt hinter den Bränden, die in Israel, Irak und Syrien wüteten?

Israel ist nicht das einzige Land, das unter “Pyro-Terrorismus” leidet, da sich Dschihadisten primitiveren Methoden zuwenden, um ihre Feinde anzugreifen.

Was steckt hinter den Bränden, die in Israel, Irak und Syrien wüteten?
Dario SanchezFlash90

Spätestens seit Ende 2016, als die erste Welle von Großbränden den jüdischen Staat erschütterte und einen Großteil des Karmelwaldes nahe Haifa zerstörte, erlangte der „Pyro-Terrorismus“ als Waffe der Feinde Israels Bekanntheit.

Der neue Trend setzte sich fort, als die Hamas im März 2018 mit dem „Großen Marsch der Rückkehr“ begann und die als Brandbomben umfunktionierten Ballons und Drachen einführte, mit denen die südlichen Regionen Israels terrorisiert wurden.

Die jüngste Flammenwelle, die den jüdischen Staat im Mai traf und das jüdische Dorf Mevo Modiin zerstörte, sich danach bis nach Samaria und Judäa ausbreitete, war wohl hauptsächlich das Werk von Brandstiftern.

50 Familien verloren durch den Brand in Mevo Modiin ihr Zuhause und ihren gesamten Besitz. Die Polizei und die israelische Feuerwehr stellten später fest, dass das Feuer tatsächlich durch Brandstiftung verursacht wurde.

Die Brandanschläge haben nun auch Samaria und Judäa erreicht.

Wie ein Mitglied des örtlichen Sicherheitsteams dem Reporter mitteilte, begann ein gewaltiger Brand im jüdischen Dorf Carmei Tzur im Zentrum von Judäa. Dieser brach am Mittwoch vergangener Woche am Rande der umkämpften Gemeinde aus, nachdem palästinensisch-arabische Pyromanen Brandbomben über den Sicherheitszaun geworfen hatten.

Die Quelle verdeutlichte, dass palästinensische Araber regelmäßig Brandbomben über den Zaun in der Nähe der Hamas-Brutstätte Beit Umar werfen. Diesmal war jedoch der südwestliche Teil von Carmei Tzur das Ziel, in welchem es keinen Zaun gibt und die meisten Menschen in Wohnwagen leben.

Das gewaltige Feuer in Carmei Tzur fiel mit einem großen Brand in der Nähe des jüdischen Dorfes Itamar in Zentralsamaria zusammen. Einwohner von Itamar behaupteten, das Feuer sei bereits der vierte Versuch in ebenso vielen Tagen, ihre Dorfgemeinde zu zerstören.

„Dies ist das vierte Feuer, das innerhalb von vier Tagen ausbricht. Es gefährdet die Bewohner und Familien und zerstört die jahrelange Arbeit der Landwirte. Da bricht einem das Herz“, sagte der in Itamar lebende Iyar Segal den israelischen Medien.

Der beispiellosen Hitzewelle zugeschrieben, die den jüdischen Staat im Mai traf, ignorierten die großen Nachrichtenagenturen in Israel diese Brände weitgehend. Lediglich der staatlich finanzierte Sender KAN berichtete über den wahren Grund der Brandwelle.

„Hunderte der Brände in den letzten Wochen in Jerusalem und in der Gegend von Beit Schemesch waren eine Folge von Brandstiftung“, berichtete KAN.

Die Terrorwächtergruppe Boomerang hat außerdem ein neues Video veröffentlicht, das die Anzahl aller von Feuerwehrleuten bekämpfter Brände seit November 2016 dokumentiert: satte 1.773 (Gaza-Streifen ist nicht enthalten).

Feuerwehrmann Ron Shlaf, ein bekanntes Mitglied des Teams, das die Brandwelle untersuchte, erläuterte, dass es keinen Zweifel an der Ursache des Großteils der Brände gibt.

„Ja, wir haben Brandstiftung erlebt. Es gibt keine Kontroverse oder Zweifel. Alle Dörfer, die niedergebrannt wurden, waren jüdisch, und alle Angeklagten oder Verhafteten waren Araber. Und nach der von uns gründlich durchgeführten Untersuchung kann man sagen, dass niemand im Nahen Osten – einschließlich der Palästinenser – eine so extreme Brandwelle erlebt hat wie wir“, sagte Shlaf zu Boomerang.

Shlafs Team hat seit 2016 etwa 80 Großbrände untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 71 von ihnen durch Brandstiftung verursacht wurden.

Was Gaza anbelangt, so haben die zu Brandbomben umfunktionierten Ballons und Drachen seit Beginn des „Großen Marsches der Rückkehr“ im Süden Israels mehr als 2.000 Brände verursacht, die insgesamt etwa 35.000 Dunam (ca. 3.500 ha) Wald, Naturschutzgebiete und landwirtschaftliche Felder zerstörten.

Auch in anderen Teilen des Nahen Ostens hat sich der Einsatz von Pyro-Terror inzwischen verbreitet.

Der dschihadistische Islamische Staat hat seine Mitglieder angewiesen, die ersten großen Ernten im Irak und in Syrien seit Jahren mithilfe von der „Verbrannte-Erde-Taktik“ zu vernichten.

Dort wurden seit Anfang Mai schon tausende Hektar Ackerland auf dem gesamten Gebiet, von der iranischen Grenze im Irak bis zur Mittelmeerküste im Nordwesten Syriens, verbrannt.

Insbesondere Landwirte, die bereits jahrelang unter Entbehrung und Vertreibung gelitten haben, mussten durch die Brände, die sogar auf Satellitenbildern sichtbar sind, extreme Einkommensverluste hinnehmen.

Mittlerweile hat der IS auch öffentlich die Verantwortung für die Welle des Brandterrors sowohl im Irak als auch in Syrien übernommen.

„Die Erntezeit ist noch lang und wir sagen den Kämpfern des Kalifats: Sie haben Millionen Dunam mit Weizen und Gerste bepflanztes Land vor sich, die im Besitz von Abtrünnigen sind“, sagte die Gruppe in einer Erklärung, die im al-Naba Newsletter veröffentlicht wurde.

Israel könnte unterdessen eine Lösung zur Bekämpfung des „Drachen-Dschihad“, wie manche es nennen, gefunden haben.

Das israelische Militär wird derzeit mit dem Drohnenabwehrsystem Smash 2000 ausgerüstet.

Vom israelischen Start-up Smart Shooter entwickelt, ermöglicht das System dem durchschnittlichen Soldaten der israelischen Armee, sich schnell bewegende Ziele am Boden und in der Luft mit dem eigenen M-16- oder Tavor-Gewehr zu treffen.

Smash 2000, eigentlich entwickelt zum Abfangen von Drohnen, kann somit auch zur Neutralisierung von Brandballons und Drachen verwendet werden.

Die Kombination einfacher Hardware und fortschrittlicher Bildverarbeitungssoftware von Smash 2000 verwandelt praktisch jeden Soldaten mit einfachen Waffen in einen Scharfschützen, der bereits im ersten Versuch mit jedem Gewehr das Ziel trifft, wie die Jerusalem Post letzte Woche berichtete.

Smash 2000 „berechnet die Bewegung des Ziels und sagt seine nächste Position mithilfe fortschrittlicher Bildverarbeitung und Algorithmen voraus. Es verhindert, dass die Kugel abgefeuert wird, bevor sich das Ziel exakt im Fadenkreuz befindet“, so die Jerusalem Post.

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