Warum hat Bahrain mit Israel Frieden geschlossen? EPA-EFE/RONEN ZVULUN/POOL
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Warum hat Bahrain mit Israel Frieden geschlossen?

Kleiner Tipp: Nicht wirklich, um der palästinensischen Sache zu helfen.

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Bahrains Außenminister Abdul Latif Al-Zayani hat über das neue Friedensabkommen seiner Nation mit Israel gesagt, es stelle einen Schritt zur Wiederherstellung der Rechte des palästinensischen Volkes und zur Verankerung der Arabischen Initiative dar.

Die Vereinigten Arabischen Emirate fassten am 13. August in ähnlicher Weise die Motivation für ihr eigenes Normalisierungsabkommen mit Israel zusammen. Doch was der bahrainische Außenminister sagte, wurde von der palästinensischen Führung geradezu abgelehnt. Man bezeichnete die Normalisierung zwischen Israel und dem Königreich Bahrain als Verrat an Jerusalem, Al-Aqsa und der palästinensischen Sache.

Wenn die Palästinenser, die angeblich die Hauptakteure bei diesen Geschäften sind, diese erklärten Schritte in ihrem Namen so entschieden zurückweisen, dann müssen wir uns fragen, was die wahren Motive dafür sind, dass Bahrain sich öffentlich an Israel annähert. Denn wir müssen davon ausgehen, dass Manama die palästinensische Reaktion im Voraus genau kannte. Es muss also andere Gründe für einen solch dramatischen Schritt gegeben haben.

Tatsächlich waren es drei.

 

1. Amerikanischer Druck

Nahost-Beobachter sind sich einig, dass die Hauptantriebkraft hinter Bahrains Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel der Druck war, den US-Präsident Donald Trump ausübte. Dies wurde vom israelischen Rundfunk bestätigt, der berichtete, dass das Weiße Haus Manama gedrängt habe, endlich Frieden mit Israel zu schließen, ein Schritt, von dem viele glauben, dass die Bahrainis ihn bereits seit vielen Jahren tun wollten.

Aber warum war dies für Trump so wichtig?

Die vorherrschende Meinung im Nahen Osten ist, dass Trump angesichts des enormen internen Drucks im Zusammenhang mit seinem Umgang mit der Coronavirus-Krise und den zunehmenden Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit einen großen außenpolitischen Sieg benötigte. Indem er die Golfstaaten drängte, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren, konnte er sein Erbe als Friedensstifter festigen und hoffentlich seine Chancen auf eine zweite Amtszeit erhöhen.

 

2. Dem Iran entgegentreten

Die Interessen Bahrains, des US-Präsidenten und Israels konvergieren auch bei der Auseinandersetzung mit den iranischen Ambitionen, die aus der Sicht Washingtons nicht nur die regionale Stabilität, sondern auch andere amerikanische Interessen im Nahen Osten bedrohen.

Bahrein sieht sich durch die iranischen Pläne zur regionalen Hegemonie am stärksten bedroht. Das kleine Inselreich wird von einer sunnitischen Monarchie regiert, während die Mehrheit der Bevölkerung schiitisch ist, genau wie die Bevölkerung im Iran. Bis zu seiner Unabhängigkeitserklärung (von Großbritannien) im Jahr 1971 beanspruchte der Iran die Souveränität über Bahrain. Als die Islamische Revolution 1979 zuschlug, versuchten lokale Schiiten, die Monarchie in Bahrain in ähnlicher Weise zu stürzen und einen dem Iran loyalen obersten Führer einzusetzen.

Angesichts dieser Situation war das Bemühen Manamas, sich angesichts der iranischen Bedrohung abzusichern, wahrscheinlich ein wichtiger Impuls für eine Normalisierung mit Israel, mit amerikanischer Unterstützung. Bemerkenswert war, dass die iranische Revolutionsgarde in ihrer öffentlichen Kritik am Abkommen mit Israel eine direkte Drohung an Bahrain aussprach.

 

3. Wirtschaftliche Vorteile

Wie die Vereinigten Arabischen Emirate ist Bahrain eine pragmatische arabische Nation mit Blick auf die Zukunft. Ein entscheidender Teil dieser Vision ist die Sicherung wirtschaftlicher, technologischer und sicherheitspolitischer Partnerschaften, und in diesen Bereichen gibt es in der Region nur wenige bessere Partner als Israel.

Bahrain glaubt wie die VAE daran, dass die Zusammenarbeit mit Israel zum Aufblühen der eigenen wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Hightech-Bemühungen führen wird. Einige bezweifeln noch immer, dass dies das Ergebnis sein wird, da sich Israel in diesen Bereichen bereits auf einem anderen Niveau befindet und es ein großes Ungleichgewicht zwischen den neuen Partnern gibt. Sie glauben, dass das Abkommen in erster Linie Israel zugute kommt, das in Bahrain einen wohlhabenden neuen Markt für seine Hochtechnologie- und Sicherheitsprodukte und -dienstleistungen gewinnt.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat diesen Aspekt klar in den Mittelpunkt gestellt, als er das Friedensabkommen mit Manama kommentierte: Viele Jahre lang haben wir in den Frieden investiert, und jetzt wird der Frieden in uns investiert werden. Er wird durch große Investitionen in die israelische Wirtschaft erreicht werden, und das ist sehr wichtig.“

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