Unserer Väter Haus

In Israel nennen wir unsere Altenheime „Beit Avot“, etwa: „Heim für die Väter“.

von | | Themen: messianische juden
Foto: Ebenezer

Um die Wahrheit zu sagen, fühlt es sich für die meisten Mütter und Väter (oder Großmütter und Großväter) nicht gerade wie Zuhause an, wenn sie ihre Familie und Freunde verlassen müssen, um in einer anderen Stadt auf engstem Raum unter fremden Leuten zu leben. Für altgewordene messianische Mütter und Väter in Israel scheint der Glaube an Jeschua (Jesus) einen Unterschied zu machen.

 Am Hang eines Hügels in einer stillen Seitenstraße unweit des alten arabischen Viertels von Haifa leben messianische Senioren in dem Beit Avot „Ebenezer“. Den Namen bekam die Einrichtung von Rev. Harcourt Samuel, dem damaligen Präsidenten der Internationalen Hebräisch-Christlichen Allianz, die heute als Messianisch-Jüdische Allianz bekannt ist. „Ebenezer“ stammt aus 1. Samuel 7,12: „Bis hierher hat uns der HERR geholfen.“

 Beit Ebenezer besteht schon 40 Jahre. Mit seinen mehr als 40 Mitarbeitern, darunter sechs Volontären, bietet es eine sichere, gottesfürchtige Umgebung für 28 in die Jahre gekommene Gemeindeälteste. Unter den Bewohnern sind auch Holocaustüberlebende.

 Es gibt sowohl Juden als auch Araber, die in ihrer aktiven Zeit dem Evangelium und dem messianischen Leib in Israel gedient haben. Viele waren wegen ihres Glaubens jahrelanger Verfolgung ausgesetzt. Jetzt sind sie zu einsam oder zu schwach, um noch allein zu leben.

 Als die Freundin der 89 Jahre alten Antoinette letztes Jahr einer Krebserkrankung erlag, konnte sie nicht länger allein in Jerusalem leben. „Ich wäre lieber in Jerusalem, meiner Stadt“, klagt sie. „Mein Leben dort hatte einen Sinn. Ich konnte anderen helfen, für andere beten und ein Zeugnis für Jeschua sein. Jerusalem ist meine Heimat, der einzige Ort, an dem ich leben möchte, aber Jeschua hat mich hierher gestellt, in dieses Altersheim. Es ist nicht das, was ich liebe, ich fühle mich manchmal einsam, aber ich bin dankbar“, sagt sie und versucht zu lächeln.

 Antoinette war Missionarin in Togo, wo sie junge Afrikaner in naturwissenschaftlichen Fächern und in Bibelkunde unterrichtete. Nach 20 Jahren hingebungsvoller Missionsarbeit fragte sie sich immer noch: „Wie kann ich ihnen sagen, dass Jesus sie liebt, wenn ich jeden Monat von einer christlichen Mission Geld erhalte, sie aber nichts haben?“

 Ich will mehr wissen von ihr, die ihr Leben Christus zur Verfügung stellte. Wenn man fast 90 Jahre alt ist, kann man sich Zeit nehmen. Da klingelt kein Telefon, es gibt keine Termine. Ich wundere mich, wie lange sie eine meiner Fragen bewegt. Endlich zieht ein Lächeln über ihr Gesicht: „Jeden Tag bin ich dankbar, dass ich mit jemandem zusammen sein kann, egal mit wem. Jeder Tag ist ein Geschenk, das ich mit jemandem teilen kann.“

 Eine Glocke schellt, es gibt Mittagessen. Antoinette erhebt sich langsam, neben ihrem Platz im Speisesaal sitzt schon ihre neue Freundin. Es erklingt ein hebräisches Danklied an Jeschua, dann essen sie. Es ist ein bisschen traurig, diese alten Heiligen zu sehen, die so abgeschieden ihre letzten Tage verbringen. Nach dem Mittagessen begleite ich Antoinette noch zum Fahrstuhl. Die Greisin drückt mir einen kleinen Zettel in die Hand. Sie hat mir etwas aufgeschrieben: „Ich wollte nur Gottes Willen tun. Jetzt bin ich hier und lerne, jeden Tag als Gottes Geschenk an mich zu sehen. Das ist genug. Ich habe ein volles, langes Leben gelebt. Ich bin bereit zu gehen.”

Im Ebenezer fühlen sich die Bewohner wohl.

 

 

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