Toleranz um jeden Preis?

Die Toleranz in jeder Gesellschaft muss jedem Bürger die Freiheit sichern, zu glauben, was er will, sie darf aber nicht so weit gehen, dass sie die Frechheit und Zügellosigkeit der Bösen gutheißt.

von Ludwig Schneider | | Themen: Religion trifft Philosophie
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Wir bringen diesen Artikel zur Erinnerung an den Gründer unserer Zeitschrift, Ludwig Schneider. Seine Gedanken und Bibelanalysen sind heute noch genauso aktuell wie vor zehn Jahren, als dieser Text geschrieben worden ist. Mit dem Tode Ludwig Schneiders haben wir einen großen Bibelgelehrten verloren, der es immer wieder verstanden hatte, unser Herz für Gottes Botschaft zu begeistern.

Toleranz ist nur soviel wert wie das Motiv des Tolerierens. Es gibt eine Menge Motive des Tolerierens; z.B. Gedankenlosigkeit, die zu bequem ist, dem Argument des Anderen auf den Grund zu gehen, oder das Motiv der Feigheit, einfach aus Angst vor Repressalien alles zu tolerieren. Weil man z.B. vor der Intoleranz der Islamisten Angst hat, macht uns die Toleranz ihnen gegenüber zu Mittätern des Bösen. Friedrich der Große schrieb 1766 an Voltaire: „Die Toleranz in jeder Gesellschaft muss jedem Bürger die Freiheit sichern, zu glauben, was er will, sie darf aber nicht so weit gehen, dass sie die Frechheit und Zügellosigkeit der Bösen gutheißt“. Das bedeutet, die Demokratie muss intolerant gegenüber dem Bösen sein, sonst wird sie zum Spielball der Terroristen. Denn Menschen, die von aller Welt Toleranz fordern, sind oft selber Andersdenkenden gegenüber brutal intolerant.

Toleranz heißt aber nicht bloße Duldung der Meinung des Anderen, sondern sie ist der faire Wettbewerb verschiedener Meinungen und verschiedener Glaubensauffassungen. Das ist die Grundlage der Toleranz, denn nur der kann wahre Toleranz üben, der selber auf einem festen Glaubensgrund steht. Laut Hebräer 10,24 können wir die anderen nicht von unserem Glauben überzeugen, indem wir sie wie im Zeitalter der Inquisition zu unserem Glauben zwingen oder sie per Gehirnwäsche zu unserem Glauben überreden. Erfolg haben wir, indem wir dem

 Monument der Toleranz in Jerusalem

Monument der Toleranz in Jerusalem (WikiCommons)

 Anderen ein Vorbild sind, denn der Hebräerschreiber fordert uns nicht auf, auf die Anderen achtzugeben, sondern auf uns achtzugeben, um uns gegenseitig zur Liebe und guten Werken anzuregen. Wer so handelt, ist in Wahrheit tolerant, denn er vergewaltigt niemanden, sondern lebt dem Anderen das Bessere vor.

Wahre Toleranz ist eine Echtheitsprüfung. Wenn ich überzeugt bin, dass mein Ring aus echtem Gold ist, kann ich damit getrost ins Tote Meer steigen, das Salzwasser wird ihn nicht schwarz werden lassen. Das würde nur geschehen, wenn es kein echtes Gold wäre. Da die meisten Toleranzpartner heute keinen echten Glauben mehr vertreten, wird aus der Toleranz ein „Mischmasch“ der Religionen.

Im Trainingslager des FC-Bayern München stand eine Buddhafigur – und das im katholischen Bayern – bis sie wegen dauernder Niederlagen entfernt wurde. Viele Kirchen verfallen dem Rausch der Masse, so dass bei ihnen nicht mehr die Qualität, sondern die Quantität zählt. Dafür werden bei der Wahrheit Abstriche gemacht, was man mit dem Satz „Man muss doch tolerant sein!“ begründet. Da lob ich mir die sturen Pietisten und orthodoxen Juden, die keine Glaubenskompromisse machen und daher in der antichristlichen Ära nicht vom Falschen Propheten verführt werden können.

Toleranz darf uns nur dazu bringen, dass wir durch unser vorbildliches Leben andere zur Nachfolge im biblischen Glauben reizen. Dagegen hat jede Vermischung unseres Glaubens mit fremden Einflüssen böse Folgen. So warnt uns Gott in Offenbarung 3,15-16: „Ich kenne deine Werke, doch ich weiß auch, dass du weder kalt noch heiß bist. O, dass du doch heiß oder kalt wärest, aber weil du lau bist (alles tolerierst), werde ich dich aus meinem Munde ausspeien (emesai = auskotzen, d.h. Gott kann die Lauen nicht bei sich halten). Ein vernichtendes Urteil Gottes gegen alle missverstandene weltökumenische Toleranz, die sich scheut, den eigenen Glauben offen zu bekennen.

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