Todesstrafe: Leben gegen Anti-Leben

Der Mord an drei Mitgliedern einer jüdischen Familie in der Halamish Siedlung hat in Israel die Debatte über die Todesstrafe für Terroristen erneut entfacht.

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Der Mord an drei Mitgliedern einer jüdischen Familie in der Halamish Siedlung (Artikel) hat in Israel die Debatte über die Todesstrafe für Terroristen erneut entfacht.

Die Knessetabgeordnete der Likud Partei Navah Boker übernahm die Aufgabe, das bestehende Gesetz der Todesstrafe zu überarbeiten, das außer bei Adolf Eichmann in Jahre 1962 nie zur Anwendung kam. Boker wurde von Premierminister Netanjahu und Verteidigungsminister Lieberman unterstützt, die beide ihren Wunsch ausdrückten, dass der Halamish Terrorist hingerichtet werde.

Über ihren Gesetzentwurf sagte Boker, „Ich habe keine Zweifel, dass die Todesstrafe für Terroristen, zusammen mit anderen Maßnahmen, eine wirkliche Abschreckung darstellt und uns helfen wird, den Terror zu besiegen. Es ist an der Zeit, unser unterwürfiges Verhalten gegenüber dem Terror und unseren Feinden aufzugeben. Es ist wichtig, dass eine Familie, die ihren Sohn zu Terroranschlägen antreibt, weiß, dass er die schwerste Strafe erhält und nicht in ein Fünf-Sterne Gefängnis kommt, nur um bei irgendeinem Deal wieder freizukommen und wieder damit beginnt, unschuldige Zivilisten zu töten.“

Boker sprach damit die unhaltbare Realität an, in der hunderte Terroristen bei kontroversen Deals gegen israelische Soldaten, tot oder lebendig, freigelassen werden. Viele dieser Terroristen erhalten im Gefängnis eine kostenlose Ausbildung und den Status eines Helden unter den Palästinensern und beginnen nach ihrer Freilassung oft sofort wieder mit der Tötung von Israelis.

Israel beschwert sich immer heftig gegen die palästinensische Politik der „Drehtür“, bei der Israel palästinensische Terroristen gefangen nimmt, nur um sie bald wieder freizulassen. Aber diese Politik wird weiterhin fortgesetzt.

Da sich Israel als „aufgeklärte“ Demokratie versteht, wird die Todesstrafe als unpassend angesehen. Der bekannte Professor für Ethik, Assa Kashner, erklärte, „Ein demokratisches Land darf Feinde während des Krieges oder bei Terroranschlägen nur töten, wenn es keine andere Wahl hat.“ Kashner schloss, dass demokratische Länder prinzipiell keine verurteilten Terroristen hinrichten dürften und natürlich auch sonst niemanden, so dass die Idee der Menschenwürde unter allen Bedingungen erhalten bleibe. Er fügte hinzu, dass Forschungen weltweit ergeben hätten, dass der Faktor der Abschreckung bei der Todesstrafe unerheblich sei, besonders wenn es sich um Moslems handelte, die sich wünschen für den Islam zu sterben.

Der Abgeordnete der Likud David Bitan unterstützt die Todesstrafe ebenfalls, da auch er die Situation nicht erträgt, in der Terroristen Luxus Gefängnisaufenthalte erhalten, die andere auch dazu ermutigen, Israelis zu töten, anstatt sie abzuschrecken. „Die Todesstrafe für Terroristen,“ sagt er, „ist nicht nur eine Notwendigkeit, sie ist auch eine moralische Anforderung. Sie ist zuallererst eine Strafe und zwar eine, die potentielle Morde verhindern kann und den Teufelskreis beendet, in dem unsere Soldaten entführt werden, um sie für gefangene Terroristen freizuhandeln.“

Bitan legt den Finger auf die moralische Wunde in der israelischen Gesellschaft. Zurzeit stimmen die meisten Israelis mit Kashner überein und glauben, dass die Todesstrafe unmoralisch ist. Diese Einstellung widerspricht jedoch der jüdischen Tradition, in der es heißt, „wenn jemand aufsteht, um dich zu töten, töte ihn zuerst“. Dies gilt nicht nur für jemanden, der aktiv versucht zu töten, sondern auch für jemanden, der bereits getötet hat und wieder töten wird.

Tragischerweise erhöht der moralische Code, der die Todesstrafe verhindert, nur das Blutvergießen. Denn indem man ein Leben verschont, werden dafür viele andere Leben genommen.

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