Terrorwelle: Netanjahu kündigt harte Gegenmaßnahmen an

Nach einer Serie von Terroranschlägen ist die Sicherheitslage in Jerusalem und den Palästinensergebieten angespannt wie seit Jahren nicht mehr. Am Samstagabend griff ein 19-jähriger Palästinenser in der Jerusalemer Altstadt mit einem Messer eine jüdische Familie an, die zum Beten an die Klagemauer wollte. Der Vater (24) und ein zur Hilfe eilender Militärrabbiner (41) starben, die Mutter und ihr Kleinkind wurden verletzt. Wenige Stunden später zog ein junger Palästinenser an einer Tankstelle beim Damaskustor ein Messer und stach auf einen 15-jährigen Juden ein, der überlebte. Beide Angreifer wurden von der Polizei erschossen.

Terrorwelle: Netanjahu kündigt harte Gegenmaßnahmen an

Nach einer Serie von Terroranschlägen ist die Sicherheitslage in Jerusalem und den Palästinensergebieten angespannt wie seit Jahren nicht mehr. Am Samstagabend griff ein 19-jähriger Palästinenser in der Jerusalemer Altstadt mit einem Messer eine jüdische Familie an, die zum Beten an die Klagemauer wollte. Der Vater (24) und ein zur Hilfe eilender Militärrabbiner (41) starben, die Mutter und ihr Kleinkind wurden verletzt. Wenige Stunden später zog ein junger Palästinenser an einer Tankstelle beim Damaskustor ein Messer und stach auf einen 15-jährigen Juden ein, der überlebte. Beide Angreifer wurden von der Polizei erschossen.

Die jüngsten Terroranschläge haben Israel erschüttert. Sie erfolgten nur einen Tag nach der Beerdigung eines jüdischen Ehepaares, das vor den Augen seiner vier Kinder erschossen worden war. Die Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“ bekannte sich zu der Bluttat (Israel Heute berichtete.) Die radikal-islamische Hamas feierte die „Märtyrer“ und rief zu weiteren Angriffen auf.

Das Blutvergießen ging dann auch am Sonntag weiter. Bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei kam in Tulkarem ein 18-jähriger Palästinenser ums Leben. Die israelische Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen maskierte arabische Jugendliche vor, die sie mit Steinen und Brandsätzen bewarfen. Der „Rote Halbmond“ berichtete von mindestens 77 Verletzten.

Nach einer Krisensitzung seines Sicherheitskabinetts kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nun harte Maßnahmen an, um den Terror zu bekämpfen. Weil die Palästinensische Autonomiebehörde die Familie von Attentätern finanziell belohnt, sollen deren Häuser künftig noch konsequenter als bisher zerstört werden, damit Terror kein lohnendes Geschäft ist. Angreifer sollen auch ohne Verhandlung hinter Gittern kommen, diese sogenannte „Verwaltungshaft“ werde ausgeweitet. Die Regierung stationiert zudem noch mehr Sicherheitskräfte in den Brennpunkten des Geschehens und begrenzt den Zugang von Palästinensern zur Jerusalemer Altstadt und zum Tempelberg.

Besonders die letzte Maßnahme führte zu heftigen Reaktionen. Nach dem Anschlag vom Samstag hatte die Polizei am Sonntag nur noch jenen Muslimen den Zugang zur Altstadt erlaubt, die dort wohnen. Die Palästinensische Autonomiebehörde, die bislang zu den Morden schwieg, machte daraufhin Israel für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Sie kritisierte die Tötung zweier junger Männer in Jerusalem und bat die Internationale Gemeinschaft um Hilfe. Dass die Getöteten Terroristen waren, erwähnte die Autonomiebehörde in ihrer grotesken Stellungnahme nicht.

In den vergangenen sechs Monaten sind acht Juden von palästinensischen Terroristen ermordet worden. Drei Palästinenser starben bei einem Brandanschlag, der angeblich von jüdischen Terroristen verübt wurde.

Am 15. April wurde Schalom Jochai in Jerusalem überfahren und tödlich verletzt. Am 19. Juni wurde Danny Gonen in Samaria erschossen und zehn Tage später Malachi Rosenfeld neben der jüdischen Siedlung Schwut Rachel. Am 31. Juli brannte das Haus der Palästinenserfamilie Dabvasha, drei Menschen starben, Ali, Saad und Riham. Am 13. September kam Alexander Levlovitz ums Leben, als sein Auto in Jerusalem mit Steinen beworfen wurde. Am 1. Oktober wurden Rabbi Eitam Henkin und seine Frau Naama in Samaria vor den Augen ihrer vier Kinder im Auto erschossen. Am Samstag wurden Nehemia Lavie und Aharon Bennett in der Jerusalemer Altstadt erstochen. Der 19-Jährige Terrorist hatte am Tag vorher auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Die dritte Intifada ist ausgebrochen!“

Foto: Tausende Israelis erwiesen dem Militärrabbiner Nehemia Lavie auf dem Friedhof Har HaMenuchot in Jerusalem die letzte Ehre. Er war erstochen worden, als er einem jungen jüdischen Ehepaare helfen wollte, das in der Altstadt von einem Palästinenser mit einem Messer angegriffen wurde.

Foto: Hadas Parush (Flash 90)

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