Das israelische Parlament hat eine Sondersitzung wegen des Streiks der christlich-arabischen Schulen abgehalten. Dort werden rund 33.000 Schüler seit 1. September nicht mehr unterrichtet, weil die Schulen höhere Zuschüsse von der Regierung fordern (Israel Heute berichtete). „Ich bin Erziehungsminister für alle Kinder in Israel“, erklärte dazu der nationalreligiöse Bildungsminister Naftali Bennett in seiner Rede vor dem Komitee in der Knesset. Es gehe ihm nicht darum, jemanden zu diskriminieren.
Es gebe im israelischen Schulsystem keine Benachteiligung aufgrund von Religion, Rasse, Geschlecht oder sexueller Orientierung, versicherte Bennett. Allerdings bevorzuge er öffentliche Schulen statt Privatschulen. Er habe seine Kinder in öffentliche Grundschulen geschickt, weil er an das öffentliche Schulsystem glaube. Öffentliche Schulen müssten im Gegensatz zu Privatschulen jeden Schüler aufnehmen. Das rechtfertige eine höhere Förderung. Ansonsten wanderten die besten Schüler in Privatschulen ab, die schlechteren hätten keine andere Wahl und müssten sich mit den staatlichen Schulen zufrieden geben.
Der Schulstreik ist politisch brisant. Arabische Abgeordnete nutzen ihn, um der Regierung Rassismus vorzuwerfen. Etwa die Hälfte der Schüler, die an den christlich-arabischen Schulen unterrichtet werden, seien Muslime, erläuterte Jafar Farah, der Vorsitzende einer arabischen Bürgerrechtsvereinigung in Haifa. Die linke Opposition beklagt, dass ultraorthodoxe Schulen eine Sonderbehandlung erhielten. Seit die ultraorthodoxen Parteien wieder an der Regierung beteiligt seien, hätten deren Privatschulen zusätzliche Gelder erhalten.
Bildungsminister Bennett hat den christlichen Schulen einen Extrabonus in Höhe von sechs Millionen Euro zugesagt, was diese jedoch ablehnten. Sie verlangen 25 Millionen Euro. Kritiker befürchten, dass das Ministerium für höhere Zuschüsse eine verstärkte Aufsicht über das christliche Lehrprogramm fordere.
Die christlich-arabischen Schulen werden bei ihrer Forderung nach höheren Zuschüssen vom jüdischen Lehrerverband unterstützt. Falls der Konflikt nicht beigelegt werde, drohen nun auch die muslimisch-arabischen Schulen in der kommenden Woche mit einem Solidaritätsstreik.
Bild: Diese Demonstranten fordern mehr Geld für die christlichen Schulen im Land.




