Sommerferien sind vorbei

Die Eltern können aufatmen, die Schule hat wieder begonnen.

Schulklasse
Yossi Zamir/Flash90

Bild: Erster Schultag in einer ersten Klasse der Paula Ben Gurion Grundschule in Jerusalem

 

Nach zwei Monaten Sommerferien (zweieinhalb Monate für die Mittel- und Oberstufe) ist es heute endlich soweit:  2.3 Millionen Schüler beginnen heute wieder die Schule und den Kindergarten.

Bis kurz vor dem Shabbat war dabei noch gar nicht sicher, ob das Schuljahr auch tatsächlich beginnen wird. Wie fast immer kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahres begannen die Lehrer-Organisationen für die Rechte der Lehrer zu kämpfen und drohten mit einem Streik, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Am Ende konnte man sich zum Glück einigen. Der vorübergehende Bildungsminister Rabbiner Rafi Peretz sagte zufrieden in einem Interview im israelischen Armeesender Galei Zahal, dass man auf der Seite der Lehrer sei. Er sei zufrieden, dass das Schuljahr nun plangemäß beginnen könne.

Zu Beginn des neuen Schuljahres gibt es allerdings immer einige lokale Probleme, sei es die fehlende Finanzierung der Schulbusse in einem Landkreis (besonders die kleineren Kreise) oder zu wenig Lehrkräfte, die die Lehrer in den Klassen unterstützen. In den ersten zwei Schuljahren befindet sich neben der Klassenlehrerin auch eine weitere Hilfskraft, damit man mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Schulkinder eingehen kann. Besonders wichtig ist das für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Und da gab es noch Probleme. Wie immer geht es dabei natürlich um das Geld, wie bei den meisten Streiks. Am Ende hat man sich im Bildungsministerium zusammen mit den Vertretern der Lehrer-Organisationen an einen Tisch gesetzt, um die Probleme zu lösen.

Für viele Eltern ist der Beginn des Schuljahres eine Erlösung. Denn, nachdem die Ferienlager und Kurse zu Beginn der Ferien beendet waren, mussten sie sich um das Unterhaltungsprogramm für ihre Kinder kümmern. Sehr oft springen dann auch die Großeltern ein, denn die Eltern müssen schließlich zur Arbeit gehen, sie haben nicht genug Ferientage.

So ist der 1. September immer eine Art Festtag im Land. Die Radio- und Fernseh-Sender beginnen ihre Sendungen mit Berichten aus der Zentrale des Bildungsministeriums, wo man sich um einen reibungslosen Beginn des Schuljahres kümmert. Reporter stehen vor den verschiedenen Schulen und sprechen mit den Kindern, ihren Eltern und den Lehrern. Das ganze Land ist in Aufregung und Festtagsstimmung. Hier und da gibt es dann auch ein paar Probleme, in insgesamt 49 Schulen konnte der Unterricht heute noch nicht aufgenommen werden. Dabei geht es meistens um sehr spezifische Probleme mit der Schule oder dem Landkreis.

Bildungsministerium eröffnet Schuljahr

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Im Bildungsministerium wird das neue Schuljahr eröffnet

Besonders aufregend ist der heutige Tag natürlich für die neuen Erstklässler (siehe Foto ganz oben aus einer Grundschule in Jerusalem von heute früh). „Shalom Kita Aleph“, „Shalom Erste Klasse“ ist der Name eines sehr bekannten Liedes, dass wir heute noch viel im Radio hören werden.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres werden wir uns leider auch wieder an die morgendlichen Verkehrsstaus gewöhnen müssen. Der Alltag hat uns wieder. Und dann sind da noch die Wahlen in knapp zwei Wochen. Also langweilig wird es sicherlich nicht werden.

Für den Schreiber dieser Zeilen ist der diesjährige Schulbeginn ein ganz besonderer, denn er schickte heute zum ersten Mal seit 22 Jahren kein Kind mehr in den Kindergarten oder in die Schule. Viel Erfolg für die Schüler Israels!

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