Sommerferien

Oh Schreck, die Kinder sind zu Hause!

von Michael Selutin |
Foto: Corinna Kern/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist wieder so weit, im Juli und August haben Israels Kinder Ferien und Israels Eltern doppelten Arbeitsaufwand. In Geschäften und Büros sieht man ab jetzt gelangweilte Kinder herumhängen, die von ihren Eltern zur Arbeit mitgenommen werden mussten, während andere Eltern ihre letzten Ersparnisse ausgeben, um ihre lieben Kleinen in Sommercamps unterzubringen.

Meine Familie gehört zur zweiten Gruppe, nur dass wir auch wegen den langen Sommerferien keine Ersparnisse haben. Unsere Sommercamps werden also von unserer Bank finanziert und auch wenn das nicht gerade finanziell klug ist, ist es für unsere psychologische Gesundheit unvermeidbar.

Diese bereits aufgeheizte Lage wird noch dadurch angeheizt, dass es im Sommer unerträglich heiß ist. Die Sonne geht erst nach 19.00 Uhr unter und dann gehen unsere kleinen Mädchen ins Bett, aber Kinder echter israelischer Eltern gehen scheinbar erst viel später schlafen, denn ich höre ihr Geschrei auf der Straße teilweise noch bis spät in den Abend. Ich weiß nicht, wie ihre Eltern das aushalten, meine Kinder werden Abends immer sehr quengelig, sie streiten, schreien, weinen und ich kann sie gar nicht schnell genug ins Bett bringen.

In den Sommerferien müssen die Kinder beschäftigt werden, koste es, was es wolle

Natürlich kann man diese Zeit auch nutzen, um seine Beziehung zu den Kindern zu verbessern. Ich habe gelesen, dass ein Vater etwas mit seinen Töchtern einzeln unternehmen soll, um ihnen seine Liebe zu zeigen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Ich werde also mit Sarah, Racheli und Naomi jeweils Eis essen gehen und mit ihnen „connecten“. Das ist auch für mich ganz nett, denn ein Kind alleine ist viel einfacher zu bewältigen, als alle drei zusammen. Wir sitzen in Ruhe im Café, essen das Eis und unterhalten uns. Einmal habe ich das mit allen drei zusammen gemacht und habe meine Lektion auf schmerzliche Weise gelernt, es lief in etwa so ab:

 

„Sarah, welches Eis möchtest du?“ Fragte ich die größte der drei.

„Hm“, war ihre Antwort, während sie hoch konzentriert auf die Auswahl der Eissorten schaute.

„Nu!“

„Ich weiß nicht, welches ich nehmen soll!“

„Racheli, welches Eis willst du denn?“

„Welches nimmt denn Sarah?“

Eis, Im heißen Sommer immer willkommen

„Ich weiß nicht, welches willst du denn?!“

„Hm“

„Naomi, welches…, wo ist denn Naomi??“

Sarah und Racheli reagierten nicht auf meine panische Frage, sie starrten immer noch gebannt auf die vielen Farben vor ihnen. Ich lief aus dem Café und rief nach Naomi, die auf einem Einhorn saß und mir zuwinkte.

„Papa, ich will das!“ rief sie mir zu.

Erleichtert warf ich fünf Schekel (fast €1,5) in den Schlitz und das Metall-Einhorn begann zu schaukeln.

„Komm dann rein, wenn du mit dem Einhorn fertig bist“, sagte ich Naomi, die großen Spaß zu haben schien.

Zurück im Café hatten sich Sarah und Racheli immer noch nicht entschieden.

„Ok, wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, nehme ich Schokolade für euch!“

„Papa, ich will nochmal!“, sagte nun Naomi, die plötzlich neben mir stand.

„Wie, schon fertig? Es hat nicht einmal eine Minute gedauert!“

„Ich will auch aufs Einhorn!“, schrie nun Sarah.

„Ich auch!“ rief Racheli.

„Es gibt kein Einhorn mehr, das Einhorn ist ein Betrüger!“ Erklärte ich genervt. „Könnt ihr euch jetzt ein Eis aussuchen, oder sollen wir wieder nach Hause fahren?“

„Hm“

Wir hatten nun schon fast eine halbe Stunde im Café verbracht und nichts erreicht, außer mein Leben um einige Jahre zu verkürzen.

„Ich will das rosa Eis!“ schrie nun Sarah.

„Ich auch!“, rief Racheli

„Ich auch“, rief Naomi.

Erleichtert bestellte ich drei rosa Eis und vergaß mir selbst eins zu bestellen. Das machte jedoch nichts, denn die Mädchen mochten das rosa Eis nicht und ich musste alle drei Portionen selbst essen (eine Kugel kostete 20 Schekel – über €5).

Zum Trost für das enttäuschende Eis musste ich die drei zum Einhorn schicken, aber dieses Mal ließ ich mich nicht übervorteilen, denn ich quetschte alle drei gleichzeitig auf den Rücken des armen Tiers. Ich warf fünf Schekel in den Schlitz, aß meine drei Portionen rosa Eis, die keine erkennbare Geschmacksrichtung hatten und schaute zu, wie das Einhorn unter dem Gewicht der drei Mädchen schnaufte.

 Und nun zum Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Es wird noch etwas wärmer, besonders im Landesinneren und in den Bergen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 37 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um  weitere zwei Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,60 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 80 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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