Sebulon und der Monat Siwan Nati Shohat/Flash90
Religion

Sebulon und der Monat Siwan

Der Monat Siwan ist der neunte Monat nach dem jüdischen Kalender, der sich an der biblischen Chronologie der Weltschöpfung orientiert, hingegen der dritte Monat nach dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten.

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von Avshalom Kapach

Der Monat Siwan folgt auf den Monat Ijjar, in ihm gipfeln Veränderung und Erneuerung, mit der der Sommer beginnt. Die Bedeutung des Wortes Siwan im alten Akkadisch ist Zeit der Hitze und Leidenschaft. Im Monat Siwan entwickelt sich ein Höhepunkt, sowohl im Verlauf der Natur als auch im historischen Verlauf der Geschichte des jüdischen Volkes. In der Natur des Landes Israel ist es der Erntemonat von Gerste und Weizen. In der Bibel widmet sich das Buch Ruth dieser Jahreszeit. Ruth schließt sich während der Weizenernte dem Volk Israel an, weshalb zu Schawuot auch Ruth gelesen wird.

Im Monat Siwan findet die Fortsetzung und der Zweck des Auszuges aus Ägypten Erwähnung. „Im dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Israel aus Ägypten kamen sie an demselben Tag in die Wüste Sinai.“ (2. Mose 19,1) Es ist ein Meilenstein in der Geschichte des Volkes Israel, der Punkt, in dem Gott sich dem Volk Israel offenbaren wird und die Zehn Gebote gibt. Das in diesem Monat gefeierte Schawuot, das Fest der ersten Früchte, drückt die geistliche Verbindung der Harmonie zwischen Materie und Geist aus, wo die ersten Früchte zum Dank Gott dargebracht werden. Dieser Feiertag ist der Tag, an dem Gottes Thora und sein Bund mit dem Volk Israel empfangen werden. „Sieben Wochen sollst du dir abzählen; wenn man anfängt, die Sichel an die Saat zu legen, sollst du anheben, die sieben Wochen zu zählen. Darnach sollst du dem HERRN, deinem Gott, das Fest der Wochen halten und ein freiwilliges Opfer von deiner Hand geben, je nach dem der HERR, dein Gott, dich gesegnet hat.  Und du sollst fröhlich sein vor dem HERRN, deinem Gott, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd und der Levit, der in deinen Toren ist, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die unter dir sind, an dem Ort, den der HERR, dein Gott, erwählen wird, dass sein Name daselbst wohne. Und bedenke, dass du in Ägypten ein Knecht gewesen bist, dass du diese Satzungen beobachtest und tust!“ (5. Mose 16, 9-13)

So besteht auch eine Verbindung zwischen Siwan und Sebulon, dem letzten Sohn der Leah. „Leah empfing abermals und gebar dem Jakob den sechsten Sohn. Und Leah sprach: Gott hat mich mit einer guten Gabe beschenkt! Nun wird mein Mann wieder bei mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren, und sie hieß ihn Sebulon.” (1. Mose 30,19) Im Segen von Jakob wird Sebulon als geschäftstüchtiger Sohn und Stamm erwähnt: „Sebulon wird an der Anfurt des Meeres wohnen und den Schiffen zur Anfurt dienen, und er lehnt sich an Sidon an.“ (1. Mose 9,13) Auch im späteren Segen von Mose wird Sebulon als eine Art Handelsminister und Reicher im Volk Israel gesegnet. „Und zu Sebulon sprach er: Freue dich, Sebulon, deiner Reisen, und du, Issaschar, deiner Hütten! Sie werden Völker auf den Berg einladen, um dort Opfer der Gerechtigkeit darzubringen; denn den Reichtum des Meeres werden sie saugen und die verborgenen Schätze des Sandes“ (5. Mose 33,18)

Dieser Segen unterstreicht den Bund zwischen zwei Brüdern und Stämmen, Sebulon und Issaschar, wie der enge Bund zwischen den Monaten Ijjar und Siwan, das Blühen der Natur, der Wohlstand und die göttliche Offenbarung auf dem Berg Sinai. So gibt es eine Einheit und Harmonie zwischen den beiden Brüdern, von denen einer das Material repräsentiert – der Kaufmann Sebulon – und sein Bruder Issachar, der die Weisheit und den Geist Gottes repräsentiert. Eine Verbindung, in der Sebulon die Finanzaufsicht übernimmt und damit seinem Bruder die Zeit und Versorgung für den geistlichen Input zugesteht, ein Segen für beide.

Wie Schawuot das Fest der ersten Früchte (der sieben Arten: Weizen, Gerste, Oliven, Granatapfel, Feige, Traube und Dattel) umfasst, in denen das Land gesegnet ist, so ist Schawuot auch das geistliche Fest, an dem Gott seine Gebote offenbarte. Auf dem Brustschild des Hohenpriesters steht der Diamant für Sebulon. Der Stamm ist das Juwel in der Krone, seinen Reichtum und seine wirtschaftliche Kompetenz aufbietend, um die Weisen zu stärken und den Ritus im Tempel zu ermöglichen.

 

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