Schulanfang: Neuer Lehrplan bringt „jüdische Werte“ ins Klassenzimmer

Ein neues, ausführliches Programm für Israels Schüler basiert zum großen Teil auf der Bibel.

Schulanfang: Neuer Lehrplan bringt „jüdische Werte“ ins Klassenzimmer
Yossi Zamir / Flash 90

Am 1. September beginnt für zwei Millionen Kinder und Jugendliche ein neues Schuljahr. Dem israelischen Stundenplan ist ein neues Programm mit dem Namen „jüdisch-israelisches Erbe“ hinzugefügt worden. Es wurde in den letzten Jahren vom Bildungsministerium ausgearbeitet und ist auf Erstklässler bis Schulabgänger der 12. Klasse ausgerichtet. Das Programm zielt darauf ab, die facettenreiche Welt des Judentums zu beleuchten, wobei besonders jüdische Werte und ihre Relevanz im täglichen Leben des heutigen modernen Israels hervorgehoben werden.

Das Programm findet bei der Mehrheit religiöser als auch säkularer Israelis große Zustimmung. Es bietet tief gehendes Wissen über die historische jüdische Kultur, die den Schülern dabei hilft, ihre Identität als Juden und Israelis aber auch als produktive Menschen zu entwickeln. Das „jüdisch-israelische Erbe“ Programm zielt des Weiteren darauf ab, die Fähigkeit der Schüler zu verbessern, was aufmerksamen und respektvollen Dialog mit verschiedenen nicht-jüdischen Gruppen angeht, die im jüdischen Staat leben.

Den Schülern werden einflussreiche jüdische Schriften und Konzepte vorgestellt, wie „das Individuum“ (menschliche Würde und der Wert des menschlichen Lebens), „die Familie“ (Förderung der Familieneinheit und die Wichtigkeit der Beziehung zwischen Kind und Eltern), „die Gemeinschaft“ (Pflege der Werte, z.B. sich um Andere kümmern, Philantropie und zivile Verantwortung), „der Staat Israel“ (Anerkennung der Würde und der Rechte Anderer und verschiedener Gemeinschaften im Staat), „jüdische Menschen in der Diaspora“ (Aufrechterhaltung der Kontakte mit Juden in aller Welt, Stärkung der Wahrnehmung jüdischer Kultur in der Geschichte) sowie „Menschheit“ (sozial-demokratische Ideen über das Recht zu leben und zu sprechen).

Herausgehoben werden soll der Beitrag der jüdischen Werte zu den universellen Werten, die in der „jüdischen-christlichen“ westlichen Welt als selbstverständlich angesehen werden: Der Schutz der Menschenrechte, menschliche Würde und Freiheit.

Jüdisch-israelische Schüler werden mit den Sprüchen vertraut gemacht, mit Sprichwörtern und Lyrik jüdischer Weisen, mit der Bibel, jüdischen Festen und der Kultur. Ihnen werden die Biografien herausragender jüdischer Persönlichkeiten vermittelt, wie die von Maimonides, Ibn Gvirol und modernen jüdischen Israelis wie Rachel die Dichterin und Haim Nachman Bialik.

Die Ausweitung des Programmes auf alle Altersstufen ist wichtig, um die jüdisch-zionistische Identität der israelischen Schüler im Bildungssystem des Staates zu pflegen und zu größerer Verantwortung zu ermutigen, was die Verpflichtung zu Volk, Herkunft und Kultur angeht.

Hier eine Liste der Werte, die für die verschiedenen Altersklassen vorgesehen sind:

1. Klasse – Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

2. Klasse – Respekt gegenüber Eltern und der Wert der Familie

3. Klasse – Freundschaft und Leiterschaft

4. Klasse – Gegenseitige Verantwortung füreinander

5. Klasse – Verbundenheit zum Land und Volk Israel

6. Klasse – Tradition und Erneuerung

7. Klasse – Zivile Verantwortung und Beteiligung

8. Klasse – Tikkun Olam (jüdisches Konzept der Wiederherstellung der Welt unter Gottes Willen)

9. Klasse – Der Wert der Menschenrechte, Freiheit und Würde

All diese Konzepte werden von den Schülern der 10., 11. und 12. Klasse ausführlich recherchiert und bewertet.

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