Optimismus

Ein israelischer Fotograf bringt die Geschichte Holocaustüberlebender auf eine optimistische Weise in die Welt.

Optimismus
Erez Kanovich

Ein Holocaustüberlebender, der einen großen, gelben Ballon, mit einem Davidstern und der Aufschrift „Jude“ umarmt. Eine Frau, die zum Islam konvertierte, nachdem sie den Holocaust überlebt hatte, und heute in der israelisch-muslimischen Stadt Um el-Fahm lebt. Ein anderer, der den Horror überlebt hat und dessen Enkelkinder sich seine Nummer auf die Unterarme tätowieren ließen.

Dies sind nur einige Beispiele für ein neues Projekt namens „Humans of the Holocaust“ (Menschen des Holocaust) vom Fotografen Erez Kanovich. Die Ausstellung wird auf sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram) veröffentlicht, um der jüngeren Generation in Israel und auf der ganzen Welt die Geschichte der Holocaustüberlebenden auf menschlichere und optimistischere Weise näherzubringen. Sein Wunsch ist es, der Generation der Millennials zu helfen, eine Verbindung zu der menschlichen Geschichte der Holocaustüberlebenden herzustellen.

Kanovich war entsetzt, als eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass 50 Prozent der Millennials in den Vereinigten Staaten noch nie von Auschwitz gehört haben und 66 Prozent nicht einmal in der Lage waren, den Namen eines Konzentrationslagers oder Ghettos anzugeben. „Durch diese Wissensdefizite kommt der Antisemitismus weltweit wieder auf“, sagte er. „Von Europa bis zu den USA sind wir Antisemiten und ihrer Gewalt ausgesetzt, wie bei dem Massaker in der Synagoge von Pittsburgh, dem Terroranschlag in der Synagoge Kalifornien und dem jüngsten Ereignis in der Halle, Deutschland.“

Im vergangenen Jahr gab es mehr als 2.000 antisemitische Angriffe in den Vereinigten Staaten und mehr als ein Drittel der US-amerikanischen Juden haben Angst, mit jüdischen Zeichen, wie einer Kippa, in die Öffentlichkeit zu gehen. In Deutschland glauben 59 Prozent der Wähler, dass der Antisemitismus in ihrem Land zunimmt, und etwa ein Viertel der deutschen Bürger ist immer noch antisemitisch eingestellt.

„Infolge dieser Daten habe ich mich dazu entschlossen, ein Projekt zu initiieren, das die Geschichte der Holocaustüberlebenden aus einer persönlichen und optimistischen Perspektive erzählt“, fuhr Kanovich fort. „Ich denke, dass wir durch die Darstellung der persönlich-menschlichen Geschichte hinter den 6 Millionen im Holocaust ermordeten Juden die junge Generation erreichten und sie über die Gefahr eines erneuten Aufkommens des Antisemitismus lernen können“, sagte er.

Neben Kanovichs Aufnahmen von Holocaustüberlebenden in einzigartigen Szenen, erzählt jedes Bild seine Geschichten auf Hebräisch und Englisch. Das Projekt wurde bereits auf die sozialen Netzwerke (Facebook und Instagram) hochgeladen und ist auf Kanovichs Website zu sehen. Im nächsten Jahr wird die Ausstellung in Pittsburgh gezeigt und als Teil des Kampfes der jüdischen Gemeinde gegen den aufkommenden Antisemitismus präsentiert. „Ich habe vor, das Projekt als Wanderausstellung zu gestalten, die auf vielen Campus, öffentlichen Schulen, Moscheen, Kirchen und an jedem Ort stattfinden wird, der bereit ist, dieses wichtige Projekt zu zeigen“, fügte er hinzu.

„Wenn man an Projekte zum Gedenken an den Holocaust denkt, sind sie meist dunkel, grau und schwarz-weiß“, fuhr er fort. „Das von mir neu geschaffene Projekt ist optimistisch, farbenfroh und inspirierend. Durch die menschlichen Geschichten, ungewöhnlichen Bilder und universellen Botschaften verbinde ich die Generation der Millennials wieder mit dem Holocaust“, sagte er.

Unter den Themen der Ausstellung:

Enkel von David Diamant

Die Enkelkinder des Holocaustüberlebenden Jaakov Diamant, die sich die Nummer, die von den Nazis in die Haut ihres Großvaters eingebrannt wurde, auf die Arme tätowieren ließen. „Wenn eure Kinder meine Nummer vom Holocaust auf eurem Arm sehen, werdet ihr ihnen dann von mir erzählen?“, fragte Diamant seine Enkelkinder.

 

Eva

Eva Kor, die erst vor wenigen Monaten bei einer Bildungsinitiative in Polen starb, war eine Holocaustüberlebende und eine von Mengeles Zwillingen. Vor zwei Jahren ging ihr Interview mit Bazaar viral und wurde von über 120 Millionen Menschen aus aller Welt gesehen. Sie erzählt von der Kraft der Vergebung und wie ihre Entscheidung zu vergeben ihr geholfen hat, mit dem Schmerz umzugehen, den sie im Holocaust erlebt hat.

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