Letzter afghanischer Jude warnt Israel: Verlasst Euch nicht auf Amerika!

„Die Vereinigten Staaten haben Afghanistan Blutvergießen gebracht, keinen Frieden, und dann haben sie uns im Stich gelassen.“

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Afghanistan
Foto: Gershon Elinson/Flash90

Zebulon Simantov, der letzte der jüdischen Gemeinde Afghanistans, sagte diese Woche gegenüber israelischen Medien, der jüdische Staat dürfe sich nicht darauf verlassen, dass Amerika ihm den Rücken freihält.

Jahrzehntelang waren die Beziehungen zu Washington von größter diplomatischer Bedeutung, weil man fest davon überzeugt war, dass die USA nie wieder zulassen würden, dass Israels Existenz ernsthaft bedroht wird.

Nach dem chaotischen Rückzug der Amerikaner aus Afghanistan im August habe sich diese Logik jedoch als fehlerhaft erwiesen, so Simantov.

Die USA haben 20 Jahre und Milliarden von Dollar in den Wiederaufbau Afghanistans und die Ausbildung und Ausrüstung einer modernen Streitmacht investiert. Sowohl Präsident Joe Biden als auch sein Vorgänger Donald Trump zeigten sich zuversichtlich, dass die neue afghanische Armee bereit und in der Lage sei, zu verhindern, dass das Land jemals wieder in die Hände islamistischer Extremisten falle. Und falls die Dinge doch einmal schiefgehen sollten, hatten die Afghanen das Gefühl, dass Amerika ihnen den Rücken freihält.

Bis sie es nicht mehr taten. Und Simantov besteht darauf, dass Israel eine wichtige Lektion daraus zu lernen habe.

„Ich sage Israel: Verlasst Euch sich nicht auf die Vereinigten Staaten“, sagte er dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan. „Die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft haben Blutvergießen nach Afghanistan gebracht. Sie haben keinen Frieden gebracht. Und sie haben die Bürger in dieser Situation zurückgelassen [in der die Taliban wieder die Kontrolle haben].“

Simantov, der viele Jahre lang hartnäckig in Afghanistan blieb, nachdem der Rest der jüdischen Gemeinschaft geflohen war, sah sich schließlich selbst gezwungen, das Land zu verlassen, als die Taliban es eroberten. Berichten zufolge wanderte er zu Fuß zur Grenze und überquerte sie in ein nicht näher bezeichnetes Nachbarland, von wo aus er hofft, im Westen Asyl zu erhalten.

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