Keine Juden mehr in Afghanistan

Nachdem der letzte Jude Afghanistans das Land verlassen hatte, war nun die letzte Jüdin an der Reihe

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Afghanistan
Ein amerikanisches Flugzeug verlässt den Flughafen von Kabul, Afghanistan Foto: EPA-EFE/STRINGER

Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan verließ Zebulon Simantov das Land, von dem es hieß, er sei der letzte Jude von Afghanistan. Weitere Berichte nennen jetzt allerdings noch eine 83-Jährige namens Tova Moradi, die nach ihm als letzte Jüdin über Kabul ausgereist ist. Mit ihnen sind alle der einst 50.000 Mitglieder starken jüdischen Gemeinschaft außer Landes.

Moradi habe im Oktober mit mehr als 20 Enkeln Kabul verlassen, berichtete die Jerusalem Post. Organisiert wurde ihre Flucht von der israelischen Menschenrechtsorganisation IsraAid. Moradi war eines von 10 Kindern einer jüdischen Familie. Mit 16 brannte sie durch und heiratete einen Muslim. Die jüdische Gemeinde schloss sie aus. Die Religion ihres Mannes habe sie nie angenommen, sondern jüdische Traditionen beibehalten, sagte ihre Tochter gegenüber der Associated Press. In ihrer Nachbarschaft sei sie als Jüdin bekannt gewesen. Mehrere Brüder leben in Israel, die Eltern sind in Jerusalem beerdigt. Die Seniorin, die sogar mit Simantov entfernt verwandt ist, gelangte zunächst nach Albanien. Bevor sie nach Kanada geht, will sie in Israel Angehörige besuchen.

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