Kriegserklärung! Palästinenser warnen Juden vor Pessachopfer

„Von mir aus kann das zu Krieg führen, ich habe keine Angst“, sagt der Leiter einer jüdischen Gruppe, die auf den Tempelberg steigen will.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Tempelberg, Pessach
Illustration. Foto: Wisam Hashlamoun/Flash90

Die Palästinenser sind empört. Es gibt Berichte, wonach eine religiöse jüdische Randgruppe eine finanzielle Belohnung für jeden anbietet, der versucht, ein Pessach-Lamm auf dem Tempelberg in Jerusalem zu opfern.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) bezeichnet das Gerede über die Wiedereinführung jüdischer Opfer an der heiligsten Stätte des Judentums als „Kriegserklärung“. Und die Hamas fordert Tausende von Palästinensern auf, mit einer neuen Welle der Gewalt zu reagieren.

 

Zurück zum Tempelberg!

Anfang dieser Woche veröffentlichte eine religiöse Gruppe, die sich „Zurück zum Tempelberg“ nennt, ein Flugblatt, in dem sie erklärte, es sei an der Zeit, die Pessachopfer an der heiligsten Stätte des Judentums, dem Tempelberg in Jerusalem, zu erneuern.

 

Da die Gruppe weiß, dass dies eine praktisch unmögliche Aufgabe ist, die einen Menschen sogar ins Gefängnis bringen kann, bot sie finanzielle Anreize für den Versuch. Jeder Jude, der beim Besteigen des Tempelbergs verhaftet wird, erhält 400 Schekel; jeder, der mit einem Opferlamm erwischt wird, erhält 800 Schekel; und sollte es jemandem gelingen, am Pessachfest tatsächlich ein Lamm auf dem Tempelberg zu opfern, wird er mit 10.000 Schekel belohnt.

Siehe: Jüdische Bewegung will Pessach-Lamm auf dem Tempelberg opfern

 

Kriegserklärung

Obwohl die Gruppe selbst klein ist und von keiner religiösen oder politischen Autorität unterstützt wird, erregte ihr Angebot schnell die Aufmerksamkeit der israelischen Medien und der Palästinenser.

„Die Drohung der Siedler, auf dem Tempelberg Opfer zu bringen, wird zu einer Eskalation führen, die außer Kontrolle geraten wird“, hieß es in einer Erklärung des Büros von Palästinenserführer Mahmud Abbas.

Ein anderer hochrangiger palästinensischer Politiker fügte hinzu, dass „ein Pessach-Opfer während des Ramadan [der noch läuft] eine Kriegserklärung ist, und unsere Antwort wird schnell erfolgen“.

Die Hamas bezeichnete die Kampagne der jüdischen Gruppe als „eine gefährliche Eskalation, die alle roten Linien überschreitet, da sie einen direkten Angriff auf den Glauben und die Gefühle unseres Volkes und unserer Nation während dieses heiligen Monats darstellt“.

Die Terrorgruppe betonte, dass „Israel für die Folgen verantwortlich gemacht werden wird“.

 

Bereit für den Krieg

Der israelische Nachrichtensender Channel 12 News sprach mit Raphael Morris, dem Leiter von „Back to the Temple Mount“ (Zurück zum Tempelberg), um ihn zu fragen, was er von einer möglichen neuen Runde gewaltsamer Konflikte hält.

Morris zeigte sich völlig unbeeindruckt von den palästinensischen Drohungen und wies darauf hin, dass sowohl Abbas als auch die Hamas regelmäßig vermeintliche israelische Verstöße als Rechtfertigung für nachfolgende palästinensische Gewalttaten heranziehen.

„Alle sechs Monate kommen Abbas oder Hamas mit irgendeiner Art von Krise“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass die Lösung für uns darin besteht, zu kapitulieren. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn man Souveränität demonstriert und sie in die Tat umsetzt – ich denke, das ist es, was die nächste Terrorwelle verhindern könnte“.

Und wenn das nicht funktioniert, dann ist vielleicht ein Krieg nötig, um die jüdische Souveränität in diesem Land vollständig wiederherzustellen. „Ich habe keine Angst davor, einen Krieg auszulösen“, betonte Morris.

 

Von Bergen und Maulwurfshügeln

Die israelischen Behörden warfen den Palästinensern unterdessen vor, wieder einmal aus einer Mücke einen Elefanten gemacht zu haben.

„Back to the Temple Mount“ ist eine Randbewegung, die ihr Ziel, ein Pessach-Lamm an der heiligen Stätte zu opfern, nicht annähernd erreichen wird. In der Tat ist es für Juden und Christen fast unmöglich, mit einer Bibel in der Hand dorthin zu gelangen, geschweige denn mit einem lebenden Opfertier.

Die israelische Polizei duldet einfach keine Störung des Status quo.

„Behauptungen, dass Juden beabsichtigen, Opfer auf dem Haram al-Sharif [dem Tempelberg] zu schlachten, sind völlig falsch und wurden von palästinensischen Terrororganisationen und anderen verbreitet, um aufzuwiegeln“, schrieb der arabischsprachige Sprecher der israelischen Regierung, Ofir Gendelman, auf Twitter. „Wir werden den Status quo an den heiligen Stätten bewahren und keine Störung der Sicherheit und öffentlichen Ordnung in Jerusalem oder anderswo zulassen.“

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