Jonathan Pollard ist frei – aber nicht wirklich

Der in den USA wegen Spionage verurteilte Jonathan Pollard ist nach 30 Jahren Gefängnisaufenthalt freigelassen worden.

von Israel Heute Redaktion |
Jonathan Pollard verlässt das Gerichtsgebäude in New York am 20. November 2015, nach genau 30 Jahren Haft. Foto: Spencer Platt/Getty Images

Der ehemalige Analyst der US‑Marine hatte Geheimnisse an Israel weitergegeben. Beobachter meinen allerdings, dass diese sowieso dem jüdischen Staat hätten zur Kenntnis gebracht werden müssen, was jedoch nicht geschehen war.

Die jeweiligen US‑Präsidenten haben über die Jahre immer wieder israelische Bemühungen um die Freilassung des jüdisch-amerikanischen Spions abgeschmettert. Spione aus anderen Ländern waren bei vergleichbaren Vergehen viel früher entlassen worden. Premierminister Netanjahu sagte über die Freilassung Pollards, für die auch er sich eingesetzt hatte: „Ich habe diesen Tag seit langem herbeigesehnt.“

Es gibt jedoch Beschränkungen für Pollard, der so isoliert wie möglich bleiben soll. Er muss in den nächsten fünf Jahren eine elektronische Fußfessel mit GPS-Sender tragen. Eventuelle Arbeitgeber müssen ihre Computer jederzeit der Regierung für Überprüfungen zugänglich machen. Pollard darf nicht mit den Medien sprechen. Eine Ausreise (und damit auch die Auswanderung nach Israel) steht außer Frage.

Nicht nur Anwälte geben zu bedenken, dass diese Konditionen Pollard nicht gerade zum Spitzenkandidaten für ein potentielles Arbeitsverhältnis machen. Auch könne er mit kaum jemandem sprechen, da man ihn in der Presse zitieren könne. Unterstützer Pollards arbeiten darauf hin, dass die Auflagen gelockert werden. Man weist darauf hin, dass es so gut wie keine Möglichkeit gebe, dass der ehemalige Spion abermals Schaden anrichtet.

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