Israel und die Palästinenser im Kampf gegen das Coronavirus

Die Palästinensische Autonomiebehörde kann die Corona-Krise nicht alleine in den Griff bekommen.

Israel und die Palästinenser im Kampf gegen das Coronavirus
Edi Israel/FLASH90

In Israel macht man sich Sorgen über die Fähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Corona-Krise im Westjordanland und im Gazastreifen zu bewältigen. Derzeit besteht ein schwerwiegender Mangel an medizinischer Versorgung und Beatmungsgeräten, während die Zahl der Infizierten vermutlich höher ist als tatsächlich angegeben. Vor diesem Hintergrund hat Israel die internationale Gemeinschaft aufgefordert, das 90-Tage-Programm der Vereinten Nationen zu verabschieden (Teil des globalen humanitären 2 Milliarden Dollar COVID-19  Reaktionsplans der UNO), um die Palästinenser bei ihrem Kampf gegen das Virus zu unterstützen.

 

Israelisch-palästinensische Zusammenarbeit

Am 31. März leitete das israelische Außenministerium eine Tagung für eine Gruppe ausländischer Botschafter in Israel ein, die Einzelheiten zur Unterstützung der Palästinenser bei der Bekämpfung des Coronavirus enthielt.

Eine Reihe ausländischer Vertreter nahmen an der Präsentationen teil, darunter der stellvertretende Direktor der Wirtschaftsabteilung des Außenministeriums, Yael Ravia-Zadok; stellvertretender Direktor für internationale Organisationen, Alon Bar; Vertreter von COGAT, Oberst Sharon Bitton; Abgesandter der Vereinten Nationen, Nikolai Mladanov; Der humanitäre Koordinator der Vereinten Nationen, Jamie McGoldrick; und der norwegische Botschafter in Israel, Jon Hansen Bauer, als Vertreter der beitragenden Länder.

Bei der Eröffnung des Treffens erklärte Ravia-Zadok, dass das Coronavirus nicht zwischen Menschen unterscheidet und nicht durch Grenzen begrenzt ist. Interessanterweise haben Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde eine enge Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit aufgebaut, in der Hoffnung, die Ausbreitung des Virus so gering wie möglich zu halten. Sie sprach ferner den Anruf zwischen Präsident Rivlin und dem Präsidenten der PA, Mahmoud Abbas, an, in dem die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit von beiden Parteien vereinbart wurde. Israel unterstützt die PA durch die Bereitstellung der notwendigen Ausrüstung zur Bewältigung der Krise sowie durch Schulungsworkshops und die Zusammenarbeit mit palästinensischen medizinischen Teams. Darüber hinaus erlaubt Israel, dass Geräte, die zur Bekämpfung des Virus benötigt werden, täglich in den Gazastreifen gelangen.

Ravia-Zadok forderte die internationale Gemeinschaft auf, ihre Unterstützung für das 90-Tage-Programm der Vereinten Nationen zum Ausdruck zu bringen und die internationale Hilfe zum eingerichteten Fonds des Programms zu lenken, damit die PA und der Gazastreifen dabei unterstützt werden, sich für die Bekämpfung des Virus auszurüsten. Sie fügte hinzu, dass es in der Verantwortung der PA liege, die COVID-19-Krise sowohl in Judäa als auch in Samaria und im Gazastreifen zu bewältigen und dass die Bedürfnisse der Palästinenser in dieser Angelegenheit größer seien als das, was der Staat Israel alleine leisten könne.

Mladanov und McGoldrick stellten die humanitären Hilfsmaßnahmen der Vereinten Nationen vor und forderten die internationale Gemeinschaft auf, sich dem 90-Tage-Programm anzuschließen.

 

UN-Anerkennung der israelischen Bemühungen

Es sei darauf hingewiesen, dass in jüngerer Zeit die israelisch-palästinensische Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Coronavirus in UN-Berichten und vom Generalsekretär anerkannt wurde. Während des Treffens drückten die ausländischen Botschafter und anderen Teilnehmer ihre Anerkennung für die Bemühungen Israels und die Zusammenarbeit aus und hoben die Bedeutung der gemeinsamen Bewältigung dieser globalen Pandemie hervor.

Nach einer Diskussion, die von den Vereinten Nationen per Video über den Nahen Osten geführt wurde, veröffentlichte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC) eine offizielle Erklärung, in der er erklärte: „Es ist ermutigend, die fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen Israel und den Palästinensern bei der Bewältigung dieser gegenseitigen Herausforderung zu sehen. ” Die Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen forderten beide Parteien daraufhin auf, ihre gemeinsamen Anstrengungen zur Minimierung der Ausbreitung des Virus zu verstärken.

Der israelische UN-Vertreter Danny Danon erklärte: “Die Erklärung des Sicherheitsrates hat gezeigt, wie wichtig die Politik ist, die Israel in der Region verfolgt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.” Israel hat seine Absicht zum Ausdruck gebracht, einen Geldtransfer an die Palästinenser zu beschleunigen, um ihre Fähigkeit zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu stärken, die sich infolge der Verbreitung von COVID-19 entwickelt hat.

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