Israel stellt „alte Freundschaft“ mit Marokko wieder her

Historischer Besuch von Außenminister Yair Lapid in Marokko im Rahmen des Abraham-Abkommens

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Abraham Abkommen
Ein junger Israeli hält die marokkanische Flagge, während er auf einer riesigen Flagge der Stadt Jerusalem läuft. Foto: Kobi Gideon/GPO

Israels Außenminister Yair Lapid war am Mittwoch zu einem historischen Staatsbesuch in Marokko, bei dem die beiden Länder ihre Beziehungen nach zwei Jahrzehnten Pause offiziell wieder aufnahmen.

Marokko gehörte zu den arabischen Ländern, die das vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump initiierte Abraham-Abkommen unterzeichneten. Lapids Besuch war der erste hochrangige israelische Besuch in Marokko seit dem Beitritt des Landes zu den Vereinbarungen Ende letzten Jahres.

Israel und Marokko unterhalten noch immer keine vollständigen diplomatischen Beziehungen. Lapid war in der Hauptstadt Rabat, um ein israelisches Verbindungsbüro einzurichten. Offizielle Stellen gehen jedoch davon aus, dass der Austausch von Botschaften in naher Zukunft erfolgen wird. Siehe: Wird Marokko den jordanischen Status auf dem Tempelberg schwächen?

Tatsächlich unterhielten die beiden Länder während des größten Teils der modernen Existenz des Staates Israel mal mehr, mal weniger enge Beziehungen. Diese Beziehungen wurden jedoch 2003 auf dem Höhepunkt der Zweiten Intifada (des palästinensischen Terroraufstands) abgebrochen.

Der Grund für die enge Beziehung zwischen Marokko und Israel heute ist die lange Geschichte des westafrikanischen Königreichs mit dem jüdischen Volk.

Marokko beherbergt noch immer eine sehr gesunde jüdische Gemeinde, obwohl viele von ihnen vor Jahrzehnten in den jüdischen Staat ausgewandert sind. In Israel leben heute etwa eine Million Menschen marokkanisch-jüdischer Abstammung, von denen viele regelmäßig nach Marokko reisen, um ihre Familie zu besuchen.

Während des Zweiten Weltkriegs rettete König Mohammed V. die lokale jüdische Bevölkerung, indem er dem französischen Vichy-Regime und seinen Nazi-Oberen erklärte, dass es in seinem Königreich „keine jüdischen Bürger, keine muslimischen Bürger, sondern nur Marokkaner“ gebe.

Lapid besuchte am Mittwoch das Grab von König Mohammed V. und sagte zu seinen Gastgebern: „Dieser uralte Frieden und die Freundschaft werden von Menschen wiederhergestellt, die historische Streitigkeiten überdenken und neu definieren.“

Der israelische Außenminister zitierte dann den berühmten jüdischen Weisen Mosche ben Maimon aus dem 12. Jahrhundert, auch bekannt als Maimonides oder unter seinem Akronym Rambam, der eine Zeit lang in Marokko lebte:

„Jeder Zustand kann von gut zu böse und von böse zu gut geändert werden, wenn er – der Mensch – sich dafür entscheidet. Die Wirklichkeit ist nicht festgelegt. Die Realität ist eine Entscheidung, die wir treffen. Zu viele Jahre lang haben wir andere den Weg des Krieges wählen lassen. Heute nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand und wählen den Weg des Friedens. Heute wählen wir den von Maimonides vorgezeichneten Weg.“

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