Israel Heute Morgen – Verbrannte Erde

Während die Erde im Norden ein weiteres Mal bebte, verbrennt sie im Süden immer mehr. 20 neue Feuer brachen gestern in der Region um den Gazastreifen aus. Am Shabbat begeht man dort 100 Tage des Drachen-Terrors.

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Guten Morgen liebe Leser!

Gestern Abend bebte die Erde ein weiteres Mal. Das Beben war mit 4.6 auf der Richterskala sogar noch etwas stärker als erste beben von gestern früh. Diesmal soll es auch im Zentrum des Landes, in Städten wie Tel Aviv und Ramat Gan gespürt worden sein. Ich habe wie immer nichts davon mitbekommen. Das Beben soll kurz vor 23 Uhr stattgefunden haben. Wieder lag das Zentrum des Bebens am See Genezareth. Ich hoffe, dass nun erst einmal wieder Schluss damit ist und ich am Ende nicht doch noch spüren werde, wie die Erde sich unter mir bewegt. WIr sind wieder wachgerüttelt worden, die Gefahr eines starken Erdbebens, das uns ganz sicher irgendwann heimsuchen wird, nicht zu unterschätzen.

Während die Erde im Norden des Landes bebte, verbannten im Süden weitere Teile der Erde. Was einmal grün war, ist nun nur noch schwarz. Am Shabbat wird man dort 100 Tage des Drachen-Terrors begehen. Der erste Feuerdrachen fiel am 30. März auf ein Feld an der Grenze zum Gazastreifen und steckte es in Brand. Da wurde das nocht nicht sonderlich ernst geworden, vielleicht sogar nur belächelt. Was kann ein kleiner Drachen mit etwas Feuer schon anrichten, mag man gedacht haben. Doch dann kamen immer mehr Drachen über den Grenzzaun. Immer mehr Wälder und landwirtschaftliche Felder verbrannten. Bis jetzt sollen mehr als 600 Hektar landwirtschaftliche Felder verbrannt sein. Am meisten davon betroffen sind die Weizenfelder und Avokado-Plantagen. Der Schaden liegt bis jetzt bei mehr als 4 Millionen Shekel, eine Million Euro! Die Landwirte sind verzweifelt, auch wenn die Regierung versprochen hat, zu helfen. So etwas dand jeden Tag brechen um die 20 neue Feuer aus.

Jeden Tag 20 neue Feuer im Süden (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Gestern wurden vom Ministerium für Umweltschutz mehrere Wagen mit Messgeräten in den Süden geschickt, sie sollen die Luftverschmutzung überprüfen, die durch die Feuer entstanden ist. An vielen Orten darf man sich eigentlich nicht mehr aufhalten, es ist einfach gesundheitsschädlich. Es reicht eigentlich, die Luft zu riechen, um das zu verstehen. Die Messgeräte sind ja gut, zu wissen, wie hoch die Luftverschmutzung ist, aber es löst nicht das Problem.

“Der Feuerkreis“, Artikel in der Zeitung „Jediot Achronot“

Heute erschien in der Zeitung Jediot Achronot ein Artikel über die Lage im Süden. Am Shabbat wird dort ein besonderes Ereignis begangen werden, 100 Tage des Drachen-Terrors. Und ein Ende ist leider nicht in Sicht. Im Artikel kommen die Bewohner der Region zu Wort. Sie erzählen, wie traurig es sei, dass sie selbst von ihren Eltern damals über die Gefahren der Kassam-Raketen aufgeklärt wurden und sie jetzt als Eltern nun ihre Kinder vor den Feuerdrachen und Heliumballons warnen müssen. 17 Jahre So sehr hätten sie sich gewünscht, dass ihre Kinder ohne diese Situation und ohne Gefahren im Süden aufwachsen können. Aber leider ist es nicht so. In den Kindergärten wurde auch den kleinsten Kinder über die Gefahr der Drachen erklärt. Was wie ein Spielzeug aussieht, ist nun eine eine Bedrohung geworden. 17 Jahre, seit Beginn der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, lebt man dort in dieser unerträglichen Realität. Damals warenes Raketen, heute sind es die Feuerdrachen, die von der Welt anscheinend nicht ernst genommen werden. Oder wann haben Sie zuletzt in den Nachrichten bei Ihnen zuhause von dem töglichen Drachen-Terror und den verbrannten Feldern gehört?

Der Sommer ist ideal für die Terroristen, immer mehr israelische Felder in Brand zu stecken. Es reicht ein kleines Streichholz, ein Funke, um einen ganzen Wald zu verbrennen, so trocken ist es in diesen Tagen. Die Temperaturen liegen jeden Tag bei mehr als 30 Grad und so wird es noch eine recht lange Zeit bleiben.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Überdurchschnittlich warm in den Bergen und im Landesinneren, an der Küste schwül. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.70 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Donnerstag. Ich hoffe, dass man im Süden bald wieder saubere Luft atmen kann, ohne diesen scharfen Geruch der verbrannten Erde. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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