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Israel Heute Morgen

Die Stadt machte einen leeren Eindruck, als ich heute früh in Jerusalem aus dem Bus stieg. Ein paar Worte über das verrückte Wetter vor Pessach, dem Seder-Abend zuhause mit einem Blick auf das Geschehen im Gazastreifen, das der Hamas wohl ganz recht zu sein scheint, und natürlich das Wetter für heute in Israel. Frohe Ostern, liebe Leser.

Guten Morgen liebe Leser!

Die Stadt machte einen leeren Eindruck, als ich heute früh in Jerusalem aus dem Bus stieg. Ist ja auch logisch, wir haben die Woche von Pessach, diese Tage nennen wir „Chol HaMo’ed“, viele Menschen haben sich Urlaub genommen, kleinere Geschäfte sind geschlossen. Auch die Bäckereien nutzen die Pessach-Woche für die jährlichen Betriebsferien, denn sie sind zu Pessach quasi arbeitslos. Es sei denn, sie haben ihre gesamte Bäckerei für Pessach von allem Gesäuerten gereinigt und backen nun die leckeren Pessach-Kekse. Die Jaffa-Straße war wie ausgestorben. Ich mag diese Woche. Es ist eine andere Atmosphäre, man spürt eine gewisse Ruhe, auch wenn man trotz Pessach arbeiten muss (schließlich wollen wir Ihnen vor vor dem 70. Unabhängigkeitstag Israels die neue Ausgabe des Israel Heute-Magazins nachhause schicken).

Das Wetter ist pünktlich zu den Feiertagen sehr angenehm geworden, nicht zu warm, aber auch nicht zu kühl. Gerade richtig für Ausflüge in die Natur. In der Nacht zu Freitag sah es noch ganz anders aus.

Doch hier erst einmal das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 20 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 29 Grad, am Toten Meer 30 Grad, Eilat am Roten Meer 29 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.435 m unter dem Meeresspiegel.

Zwei Tage vor Pessach hatte es in der letzten Woche besonders morgens recht stark geregnet. Am Donnerstagabend schien sich das Wetter beruhigt zu haben, wir waren zuhause mit den Vorbereitungen für den Pessach-Abend beschäftigt. Kurz nach Mitternacht dann, begann es plötzlich sehr stürmisch zu werden, dann kam ein Blitz und ein Donner und dann öffnete sich der Himmel. Die Wassermassen, die da von oben herunterkamen, machten so richtig krach. Ich erinnerte mich dann an die Markisen, die draußen im Garten noch ausgefahren waren. Ich musste also raus, um sie schnell einzufahren ,damit sie nicht vom Sturm kaputt gemacht werden. Und so hörte sich das dann an:

Starker Regen in Modiin vor Pessach

Nach ein paar Minuten war dann alles vorbei, kein Regen, kein Sturm, Ruhe, verrückt.

Am Freitagabend haben wir dann mit der ganzen Familie am Tisch gesessen und aus der Haggada gelesen, es war der Seder-Abend, der Pessach-Abend. Meine Haggadas habe ich traditionsgemäß nicht gefunden, so bat ich meinen Schwager darum, einige von zuhause mitzubringen.

Keine Pessach-Haggada zur Hand? Kein Problem, ich habe mir eine Haggada auf das Tablet heruntergeladen, der Seder-Abend konnte beginnen

Vor und während des Pessach-Festmahls habe ich immer mal wieder auf meine Nachrichten-App geschaut, um zu sehen, was an der Grenze zum Gazastreifen passiert. Dass es nicht bei einer friedlichen Demonstration bleibt, war eigentlich zu erwarten. Die Hamas hat ihrerseits ihr Ziel erreicht, noch am Pessach-Abend, wurde im UNO-Sicherheitsrat über die Ereignisse an der Grenze zum Gazastreifen beraten, ohne das ein Repräsentant Israels dabei sei konnte, denn es ist Pessach. So konnte man ungestört Israel kritisieren und verurteilen. Ich will mich jetzt gar nicht zuviel über die Ereignisse äußern, denn darüber werden wir in unseren Meldungen sprechen, aber hat Israel nicht ausdrücklich und immer wieder davor gewarnt, sich dem Grenzzaun zu nähern, der zum Sperrgebiet erklärt wurde? Hat Israel nicht immer wieder gesagt, dass geschossen wird, wenn sich jemand dem Grenzzaun nähert? Aber der Hamas ist das egal, sie hatte auch keine Skrupel, ein siebenjähriges Mädchen an den Zaun vor die israelischen Soldaten zu schicken. Diese haben das Mädchen dann zurück zu seinen Eltern gebracht, vielleicht sogar zum Bedauern der Hamas? Auch wenn es keine Millionen waren, die an den Grenzzaun kamen, sondern „nur“ einige Tausend, ich hörte von 25000, die Hamas gab natürlich deutlich höhere Zahlen an, war es für die Hames wohl ein Erfolg. Sie können Israel jetzt vor der Welt anprangern, unschuldige Zivilisten getötet zu haben, die nur friedlich demonstrieren wollten.

Das Nachrichtenportal Ynet veröffentlichte ein Foto eines dieser friedlichen Demonstranten

Heute wurden die Namen von zehn der gestern ums Leben gekommenen arabischen „Demonstranten“ veröffentlicht. Sie alle sind Mitglieder der Hamas. Leider sind auch einige Zivilisten ums Leben gekommen, die sich, trotz der zahlreichen israelischen Warnungen, dem Grenzzaun genähert hatten. Die Gefahr muss ihnen bekannt gewesen sein. Aber es ist klar, dass Israel jetzt in der Welt wieder einmal in einem schlechten Licht dasteht, denn die Hamas weiß, Situationen wie diese auszunutzen. Ich hoffe nur, dass sich die Lage jetzt beruhigen wird, doch so sicher bin ich mir da nicht. Die Ereignisse vom Wochenende waren erst der Anfang eines nicht einfachen Monats, der heute begonnen hat.

Ich hätte Sie, liebe Leser, heute lieber zum 1. April reingelegt, aber unsere Realität hier hat das nicht erlaubt. So wünsche ich Ihnen ein frohe Ostern und einen wunderbaren und vor allem friedlichen Festtag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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